Urlaubsorte

Brandenburgs Politiker zieht es nicht in die Ferne

Sie machen Ferien in Europa oder bleiben im eigenen Land

Hawaii und Australien sind nicht darunter – die Urlaubsziele der brandenburgischen Politprominenz für diesen Sommer sind eher bescheiden. Manche bleiben gleich ganz zu Hause und schwärmen allenfalls zu Spritztouren in die weitere Umgebung aus. „Höchstens ein paar Tage Uckermark“ hat sich Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zur Erholung vorgenommen. Der Grund: „Es ist genug liegen geblieben.“ Landtagspräsident Gunter Fritsch wiederum haben Baumaßnahmen am Eigenheim – „Fenster und Fassade“ – die Lust am Geldausgeben getrübt. „Da sparen wir uns den Urlaub.“

Angesichts solcher Zurückhaltung beschleicht den Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Landtag, Axel Vogel, schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn er an die Côte d’Azur fährt. Nizza, Cannes und Marseille stehen auf der Besuchsliste – auch, um die etwas eingerosteten Französisch-Kenntnisse „aufzupolieren“. Außerdem will der 57-Jährige den südlichsten Dreitausender der Alpen, den Mont Clapier, bezwingen.

Auffallend oft zieht es aber die märkischen Entscheider in diesem Jahr gen Norden, und da mal nicht nur an die vertraute Ostsee. So bricht Innenminister Dietmar Woidke (SPD) nach Oslo auf und will mit der Familie Norwegen per Schiff von der Wasserseite her erkunden. Das Land der Fjorde könnte auch Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) locken. Noch sei aber völlig offen, wohin es geht, gibt sie zu. Ähnlich ziellos sind noch ihre Kabinettskollegen, die Ressortchefs für Wirtschaft und Finanzen, Ralf Christoffers und Helmuth Markov (beide Linke). Markov: „Ich weiß noch gar nicht, wann ich Urlaub mache.“

Angeln, lesen, reiten

Derweil haben Bildungsministerin Martina Münch und Sozialminister Günter Baaske (beide SPD) schon fest Schweden gebucht. Bei Mönchs hatten dabei die pubertierenden Kinder das letzte Wort, die ans Meer wollten. Baaske freut sich aufs Angeln an einem Binnensee nahe Göteborg, mit Lebensgefährtin und eineinhalbjähriger Tochter.

Umweltministerin Anita Tack (Linke) hat das dänische Seeland am Kattegat, nördlich von Kopenhagen, fest im Blick. Lesen und Sport stehen dann Ende Juni ganz obenan. Mit Blick auf Brandenburgs Flüsse fügt Tack einschränkend an: „Dann muss das Hochwasser durch sein.“ Das bereitet auch CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski Kopfzerbrechen – allerdings, weil davon sein Urlaubsort in Österreich (noch) betroffen ist. Dort erwartet den Pferdenarren und seine Familie ein Reiterhof. Ebenfalls in die Alpenrepublik verschlägt es für zwei Wochen den SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher, genauer ins Zillertal. Außer für die Familie will er sich Zeit für Bücher nehmen und wandern.

Bleiben Ziele wie die Hohe Tatra (Karpaten) und der Bodensee. Hier sind in diesem Sommer FDP-Landeschef Gregor Beyer und Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) anzutreffen. Der eine will wandern und lesen, der andere schwimmen und Rad fahren. Letzteres steht auch für Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) auf dem Programm, wenn er für zehn Tage auf dem Darß an der Ostsee die Akten hinter sich lässt.

Der Vorsitzende der Linksfraktion und frühere Sportlehrer Christian Görke hat vor, an der Ostsee seine Fitness zu pflegen – „möglichst den ganzen Tag“, vorzugsweise mit Volleyball. Ausgesprochen bodenständig liebt es schließlich FDP-Fraktionschef Andreas Büttner. „Es werden sechs Wochen Uckermark“, lautet die Antwort des Templiners und Vaters von vier Kindern auf die Frage nach seinen Urlaubsplänen.