Architektur

Der Berliner Zoo hat ein neues Vogelhaus

Bauverzögerungen, aber keine Preissteigerungen

– Darauf haben Tierfreunde und vor allem solche des Berliner Zoos lange gewartet – nun ist es soweit. Am heutigen Montag wird ein neues Vogelhaus eröffnet. In den Neubau wurden 12,5 Millionen Euro investiert. Drei große Räume, in denen Vögel aus Afrika, Australien und Südasien frei fliegen können, werden von 100 Volieren ergänzt, wie der Zoo mitteilte. Zur Eröffnung wird auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet. Er will dort ein Grußwort sprechen.

Wowereit erklärte, Zoo und Tierpark seien Institutionen, die Berlin liebenswert und freundlich machten. Das neue Vogelhaus sei eine herausragende neue Attraktion, die auch Touristen ansprechen werde. Die Bauzeit betrug gut eineinhalb Jahre. Der Neubau wurde am Ort des alten Hauses errichtet, das mehr als 50 Jahre in Betrieb war. Die Kosten wurden laut Senat von der Zoo Berlin AG aufgebracht. Gedankt wurde auch allen Spendern.

Zoo kündigte Baufirma

Ursprünglich hatten Mitarbeiter schon zu Nikolaus 2012 auf eine Inbetriebnahme gehofft, doch es dauerte etwas länger. Allein schon der unerwartet lange Winter mit Schneefall bis März machten Arbeiten im Freien unmöglich. Außerdem war es zuvor schon „durch unvorhersehbare Schwierigkeiten“ zu Verzögerungen bei einem wichtigen Leistungsanteil während der Projektdurchführung gekommen, in deren Folge zusätzlich auch noch witterungsbedingte Terminverschiebungen unvermeidbar waren. Mit dem wichtigen Leistungsteil ist der Volierenbau gemeint: Der Zoo hatte sich von dem mit dem Projekt betrauten Volierenbauer getrennt. Der Zoo kündigte der Metallbaufirma, verantwortlich für alle Innen- und Außenvolieren, den Auftrag „wegen Nichteinhaltung von vertraglich geschuldeten Fertigstellungsterminen“, wie es hieß. Der Streit wurde sogar vor Gericht ausgefochten: Der Zoo erkannte die Rechnung der Firma nicht an, klagte und gewann.

Die Arbeiten am Vogelhaus ruhten trotz Firmenwechsel nicht. Ihre Ausführung der gekündigten Leistungen wurden an den Zweitbieter vergeben. Die Firma habe einen Großteil der beauftragten Leistungen „zur vollsten Zufriedenheit erbracht“, wie der Zoo mitteilte. Vor der Eröffnung wurde noch einmal kräftig geputzt, danach bezogen die ausgelagerten Vögel ihr neues Quartier, um sich einzugewöhnen. Eine Kostensteigerung soll sich aus der Verzögerung nicht ergeben haben. Die Baukosten betrügen weiterhin 12,5 Millionen Euro.

Eine entscheidende Anforderung an die Baufirmen war: Alle 48 Innen-Volieren mussten mit den 48 Außenvolieren verbunden werden, damit die Tiere im Sommer hin und her fliegen können. Die mächtigste Voliere ist auf zehn Meter Länge ausgelegt und für Hornvögel gedacht, die kleinsten Gehege messen sieben Quadratmeter. Als Prunkstück der Gesamtanlage gelten allerdings die drei hellen und auf zwei Ebenen begehbaren Freiflughallen, von denen die größte 410 Quadratmeter umfasst.

Die Arbeiten am Vogelhaus begannen Ende 2011 mit der Demontage und Entkernung des alten Vogelhauses. Vor einem Jahr, im Mai 2012, feierte man Richtfest. Im Juli 2012 führte Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz erstmals Pressevertreter durch den Rohbau. Die Nutzfläche ist mit 5500 Quadratmeter größer als zuvor. Ebenso ragt das Gebäude mit neun bis 16 Metern weiter in die Höhe als das alte Vogelhaus.