Meinungsforschung

Umfrage sieht Verluste für Rot-Rot in Brandenburg

Verluste für die rot-rote Landesregierung, Zuwächse für die Opposition – so sieht das Ergebnis der jüngsten Umfrage im Auftrag von „Märkischer Oderzeitung“ und RBB in Brandenburg aus.

Wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl, bliebe die SPD zwar mit 35 Prozent stärkste Kraft, würde aber im Vergleich zum September vergangenen Jahres vier Prozentpunkte einbüßen. Die Linke käme auf 21 Prozent und damit einen Prozentpunkt weniger. Die CDU verbucht in der Umfrage von Infratest Dimap 27 Prozent (plus vier Punkte), die Grünen bekommen neun Prozent (plus zwei). Mit unverändert zwei Prozent wäre die FDP nicht mehr im Landtag vertreten.

Die CDU könnte demnach den besten Wert seit Mai 2005 erzielen. Sie verfüge auch über ein großes Potenzial bei jungen Wählern. So würden 34 Prozent der Wahlberechtigten bis 29 Jahre bei einer Landtagswahl für die Christdemokraten stimmen. Die Linke könnte hier mit 20, SPD und Grüne mit 18 beziehungsweise 17 Prozent rechnen. Mit der Regierungsarbeit von Rot-Rot zeigen sich gegenwärtig nur noch 43 Prozent der Wahlberechtigten zufrieden.

Mit Abstand bekanntester und beliebtester Politiker bleibt Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Ihn kennen laut Umfrage 93 Prozent der Befragten, und der 59-Jährige kommt auf 61 Prozent Zustimmung – sechs Punkte weniger als im September 2012 und zwölf Punkte weniger als im März desselben Jahres. Eine Mehrheit von 56 Prozent traut dem Regierungschef nicht zu, die Probleme am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald) zu lösen.

Weit abgeschlagen hinter Platzeck in puncto Bekanntheit rangieren Sozialminister Günter Baaske und Innenminister Dietmar Woidke (beide SPD), die hier 49 und 46 Prozent erzielen. 38 Prozent kennen Umweltministerin Anita Tack von der Linken, 34 Prozent Finanzminister Helmuth Markov, 32 Prozent Wirtschaftsminister Ralf Christoffers und 30Prozent Justizminister Volkmar Schöneburg (alle Linke).

Spannend wird die Bundestagswahl im Herbst. Der Umfrage zufolge wäre die CDU derzeit mit 32 Prozent der Zweitstimmen vor der SPD (31 Prozent) stärkste Kraft. Die Linke käme auf 19, die Grünen auf sieben Prozent. SPD-Generalsekretär Klaus Ness kündigte an: „Die Brandenburger SPD wird um jeden Wahlkreis kämpfen und will ihren Beitrag leisten, dass bei der Bundestagswahl auf Bundesebene die schwarz-gelbe Koalition abgelöst wird.“ Bemerkenswert sei, dass die Brandenburger – trotz aller Dominanz des Bundestagswahlkampfes – in ihren Wahlabsichten stark zwischen Bundes- und Landespolitik differenzieren.