Wahlen

Erneut ist die Direktwahl eines Landrats gescheitert

Jetzt muss der Kreistag Teltow-Fläming entscheiden

– Im Landkreis Teltow-Fläming hat auch die Stichwahl am Sonntag keine Entscheidung über die Besetzung des Landratspostens gebracht. Zwar siegte die Kandidatin der Linken, Kornelia Wehlan, nach dem vorläufigen Endergebnis mit 66,2 der Stimmen haushoch über ihren Mitbewerber von der SPD, Frank Gerhard, auf den nur 33,8 Prozent entfielen. Wehlan verfehlte aber nach bisheriger Auszählung das nötige Quorum von 20.695 Stimmen, das für einen Erfolg notwendig gewesen wäre. Am Ende fehlten ihr 541 Stimmen.

Damit wird nun wieder der Kreistag in Luckenwalde den nächsten Landrat bestimmen. Die Wahlbeteiligung erreichte nur 22,7 Prozent, bei der Wahl vor drei Wochen hatte sie bei 30 Prozent gelegen. Teltow-Fläming ist inzwischen der siebte Landkreis, in dem die Direktwahl des Landrats gescheitert ist. Nur in einem Fall hat sie bisher geklappt.

Im ersten Wahlgang vor drei Wochen hatte keiner der ursprünglich fünf Kandidaten die erforderliche Mehrheit erhalten. Auch da hatte Wehlan mit 36,7 Prozent der Stimmen das Rennen gemacht. Der unter Korruptionsverdacht stehende Bürgermeister von Ludwigsfelde, Gerhard, kam auf 24,2 Prozent. Er hat schon angekündigt, den Landratsposten nicht mehr anzustreben, sondern Bürgermeister bleiben zu wollen. Das Gesetz schreibt vor, dass sich 15 Prozent aller Wahlberechtigten für einen Kandidaten aussprechen. Wird diese Mindestzahl nicht erreicht, kommt der Kreistag zum Zug. Dies wird nach Einschätzung der Kreisverwaltung nicht vor September der Fall sein.

Die Landratswahl war notwendig geworden, weil der Kreistag den langjährigen Amtsinhaber Peer Giesecke (SPD) im Dezember 2012 nach einer Verurteilung wegen Untreue und Vorteilsannahme abgewählt hatte. Wenige Tage vor der Wahl war bekannt geworden, dass auch Kandidat Gerhard unter Korruptionsverdacht steht. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat wegen Vorteilsannahme einen Strafbefehl von über 25.000 Euro beantragt.

Vorerst wird jetzt die stellvertretende Landrätin, Kirsten Gurske (parteilos) das Amt kommissarisch ausüben.