Tiere

Drei Millionen Euro für die Ansiedlung von Baltischen Stören

Die Oder soll in den nächsten Jahrzehnten wieder Heimat für Baltische Störe werden.

Um das zu erreichen, wurden am Montag 200 gezüchtete Exemplare in den Fluss im Nationalpark Unteres Odertal bei Hohensaaten (Märkisch-Oderland) ausgesetzt. Die bis zu 60 Zentimeter langen Jungfische stammen aus der Aufzuchtanlage Born der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern auf dem Darß. Seit 2006 setzen Forscher mehrmals im Jahr kleine Störe aus, im Einzugsgebiet von Oder, Weichsel sowie in der Ostsee. Jahrzehntelang waren dort keine Störe mehr gesichtet worden.

Auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten in Deutschland von 1998 wird der Stör als verschollen beziehungsweise ausgestorben geführt. Als Ursachen dafür gelten Umwelteinflüsse, fehlende Durchlässigkeit an Gewässern für den Wanderfisch und Überfischung. Mit der Wiederansiedlung des Knochenfisches ist seit knapp 20 Jahren die Gesellschaft zur Rettung des Störs befasst. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz und Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg finanziert, mit rund drei Millionen Euro.

In einem Behälter kommen die markanten Fische vom Darß an die Oder. Die Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Till Backhaus und Jörg Vogelsänger (beide SPD), bringen vorsichtig den ersten Bottich mit Stören zum Oder-Ufer. Beide halten je einen zappelnden Fisch in die Kameras. „Der will in die Freiheit“, sagt Backhaus und setzt ihn behutsam ins Wasser. Dort verharren die Tiere zunächst im Flachen, ehe sie davonschwimmen. „Die müssen sich erst orientieren, wo sie überhaupt sind“, meint Backhaus. Sein Brandenburger Kollege spricht von einem historischen Datum und einer Wiedergutmachung, da der Mensch für den Rückgang der Population des einst so begehrten Speisefisches mit dem schwarzen Kaviar verantwortlich sei.

Beide Minister stehen mit Stiefeln in der Oder, Backhaus gibt den künstlich erbrüteten Fischen drei Wünsche mit auf den Weg: Sie sollen die Ostsee erreichen, immer ausreichend Nahrung finden und nach etwa 15 Jahren wiederkehren.