Kriminalität

Polizist soll mit Sicherheitsfirma kooperiert haben

Cottbuser Beamtem wird Korruption vorgeworfen

Ein Cottbuser Kriminalbeamter ist wegen Korruptionsverdachts vom Dienst beurlaubt worden. Es geht um Verbindungen des Mannes zu einem Sicherheitsdienst. Gegen den Polizeibeamten sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das während der strafrechtlichen Ermittlungen ruhe, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Donnerstag. Die für Korruptionsdelikte zuständige Staatsanwaltschaft in Neuruppin ermittelt gegen den Polizisten. Die Tatvorwürfe lauten auf Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung, wie ein Sprecher der Justizbehörde sagte.

Das TV-Politmagazin „Klartext“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) hatte am Mittwochabend über den Fall berichtet. Die Ermittler hätten das Privathaus des verdächtigen Kripo-Beamten sowie Geschäftsräume der Cottbuser Firma Ostdeutscher Sicherheitsdienst (OSD) durchsucht. Nach RBB-Recherchen soll der Polizist privat ein Auto der Firma benutzt haben, die für den FC Energie Cottbus im Stadion tätig ist. Der OSD-Firmenchef sei ein ehemaliger Polizist und mit dem verdächtigen Kriminalbeamten befreundet.

In der Brandenburger Polizei gebe es bei Korruption null Toleranz, sagte der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, Ingo Decker. Der Vorgang um den Cottbuser Beamten müsse lückenlos aufgeklärt werden. „Wir erwarten, dass die Polizei die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang unterstützt“, betonte Decker. Zuständig für das Disziplinarverfahren ist laut Ministerium die Polizeidirektion Süd.

Der Sicherheitsdienst OSD war nach einem Bericht der „Lausitzer Rundschau“ bereits 2010 in die öffentliche Kritik geraten. Damals hätten frühere Firmenmitarbeiter den Vorwurf erhoben, dass manchmal auch vorbestrafte und gewalttätige Hooligans als Ordner im Cottbuser Stadion der Freundschaft eingesetzt werden. Dies hätten der Firmenchef sowie der FC Energie Cottbus bestritten.