Wetter

Der Winter dauert bis Ostern, es bleibt kalt und nass

Da locken Urlaubsangebote in die Sonne am Mittelmeer

Eine Sonne. Gelb und rund. Darunter steht: 20 Grad. So lautet die Vorhersage für den türkischen Badeort Antalya für das kommende Wochenende. Und auf der Internet-Seite des Reiseveranstalters L’tur erfahren Winter-gefrustete Bewohner zudem, dass der Last-Minute-Anbieter noch Plätze frei hat für Kurzentschlossene. Zu Preisen um die 300 Euro pro Person und Woche gibt es Flug und Mittelklasse-Hotel, die Luxusklasse in Antalya ist schon ab 450 Euro zu buchen. Das Reiseportal Expedia bietet Spontanurlaubern für die Abreise noch in dieser Woche einwöchige Pauschalreisen etwa nach Tunesien für um die 300 Euro. Fernreisen nach Südafrika gibt es ab 1200 Euro für neun Tage.

Eine andere Chance, als wegzufliegen, gibt es wohl nicht, wenn man kurzfristig dem Winter entkommen will. Die Wetterprognosen für Berlin bleiben weiß. Bis zum Wochenende soll es auch tagsüber unter null Grad kalt werden, nachts sind die Nächte dann richtig frostig. Am Wochenende ist immerhin kurz die Sonne angekündigt, aber es soll sibirisch kalt mit Temperaturen dauerhaft unter dem Gefrierpunkt werden. Die Woche vor Ostern wird den Prognosen zufolge etwa so wie diese, mit Frost in der Nacht und schmuddeligen ein bis drei Grad am Tage. Für kommenden Mittwoch ist auch wieder Schneefall angekündigt. Erst für das Osterwochenende selbst ist leichte Besserung in Sicht, die Höchstwerte könnten sechs bis acht Grad plus erreichen – man muss dankbar sein. Nachts bleibt es kalt. Auch ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig sagte, dass es erst zu Ostern milder werden könnte. Die Woche nach dem Fest zeigt die Temperaturkurve dann möglicherweise leicht nach oben, gegen Ende der Osterferien sollen dann sogar derzeit unvorstellbare zweistellige Temperaturen erreicht werden.

Was den Normalbürger nervt, ist für viele Branchen desaströs. „Für die Gärtnereien und Baumärkte sind das verheerende Zustände“, klagte ein Gartenbau-Funktionär. Der März sei normalerweise der umsatzstärkste Monat im Jahr. Doch Frühblüher wie Primeln und Violen würden in den Centern dahinwelken.

Obwohl man sich inzwischen an den Dauer-Winter gewöhnt haben sollte, kommen viele Autofahrer auch im vierten Winter-Monat des Jahres nicht klar. Straßenglätte führte am Donnerstagmorgen zu einer Häufung von Unfällen vor allem auf den Autobahnen rings um Berlin. Betroffen waren nach Angaben der Polizei in Potsdam die A2, A9, A10, A13 und A115. Insgesamt habe es seit Mitternacht bis 07.30 Uhr 60 Unfälle mit sechs Verletzten gegeben. Die Unfallursache werde in den meisten Fällen noch geprüft, doch sei vermutlich häufig Straßenglätte der Grund. Am Mittwoch waren in Brandenburg 41 witterungsbedingte Verkehrsunfälle gezählt worden – mit fünf Verletzten.

Die Stadt hingegen scheint sich mit der Lage eingerichtet zu haben. Trotz der anhaltenden Schneefälle verlief der Verkehr am Donnerstag in Berlin weitgehend normal, wie die Feuerwehr mitteilte. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren U- und Straßenbahnen sowie Busse pünktlich. Nur bei der S-Bahn sorgte eine technische Störung an einem Zug auf den Linien S8,S9, S41 und S42 für Verspätungen und Zugausfälle.