Bilanz

Tierbesitzer müssen für Rettungsaktionen häufig nicht zahlen

Dackel im Dachsbau, Katzen im Gully, im Eis eingebrochene Pferde: Die Einsatzkräfte in Berlin und Brandenburg mussten im Jahr 2012 zu insgesamt knapp 2200 Rettungen von Tieren ausrücken.

Obwohl eigentlich die Tierhalter für die Kosten verantwortlich waren, mussten die Besitzer von Haustieren die Retter häufig nicht bezahlen. „Muss man dafür eine Rechnung ausstellen, wenn man ein Leben gerettet hat?“, sagte Danilo Bojarski vom Technischen Hilfswerk in Frankfurt (Oder). Anders sei dies etwa bei der Rettung von Wildtieren, so Karl-Ludwig Böttcher vom Städte- und Gemeindebund. Große Kosten hätten die Städte und Kommunen durch solche Tierrettungen aber nicht zu tragen.

Dabei sind die Halter der Tiere sowohl in Berlin als auch in Brandenburg grundsätzlich für die Kosten der Rettung verantwortlich. „Prinzipiell ist jeder Einsatz der Feuerwehr kostenpflichtig – außer, wenn es brennt“, sagt ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Anders ist das bei Großeinsätzen, zu denen manchmal Elektriker oder Tierärzte hinzugerufen werden müssten, sagt Bojarski. Dies sei etwa bei einem Ausfall der Klimaanlage in einer Hühnermastanlage in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) der Fall gewesen. Lebensgefahr bestand damals für tausende Hühner: Ohne eine Rettung würden die Halter manchmal ein Vermögen von mehreren Hunderttausend Euro verlieren, sagt Bojarski. Dagegen sei die Rechnung für Personalaufwand, Sprit und Verpflegung für die Retter eine Kleinigkeit.