Parteien

Kandidaten für Bundestagswahl stehen fest

Brandenburgs Parteien haben die Landeslisten beschlossen

Politisch stand Potsdam an diesem Sonnabend schon ganz im Zeichen der diesjährigen Bundestagswahl am 22. September. Die CDU, Bündnis 90/Die Grünen und die Linke hielten in Brandenburgs Landeshauptstadt ihre Landesvertreter- beziehungsweise Landesdelegiertenversammlungen ab, um die Landeslisten mit Kandidaten zu beschließen.

Die rund 120 Teilnehmer der CDU-Landesversammlung bestätigten die vom Parteivorstand vorgeschlagene Landesliste, die zehn Plätze umfasst. Zum Spitzenkandidaten wählten sie mit 83 Prozent erwartungsgemäß den langjährigen Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen. Auf Platz zwei folgt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche. „Wir setzen auf Sieg“, sagte der CDU-Landesvorsitzende Michael Schierack zum Auftakt. Die märkische Union wolle dazu beitragen, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Nach der Bundestagswahl werde es darum gehen, die rot-rote Landesregierung abzulösen. Sie „verschaukele“ die Menschen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens und schade dem Land, kritisierte Schierack.

Für sozial-ökologischen Wandel

Die brandenburgische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, wird ihre Partei als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf führen. Für die 32-jährige Völkerrechtlerin stimmten 80 Teilnehmer, was einem Stimmenanteil von 87,9 Prozent entspricht. Sechs Delegierte votierten gegen sie, fünf enthielten sich. In ihrer Bewerbungsrede trat Baerbock für einen „sozial-ökologischen“ Wandel ein. Auf dem ebenfalls aussichtsreichen Platz zwei der Landesliste folgt der 54 Jahre alte Biologe und Leiter des Naturparks Schlaubetal, Wolfgang Renner.

Brandenburgs Linke geht mit der 37-jährigen Diplom-Sozialpädagogin Diana Golze als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf. Auf die Rathenowerin entfielen 97 Stimmen, was 95,1 Prozent entspricht. Auf Platz zwei der zehn Plätze umfassenden Landesliste steht auf Vorschlag des Parteivorstands der frühere Landesparteichef Thomas Nord. Die Linke will ihre Erfahrungen als Regierungspartei im Bundestagswahlkampf nutzen. „Wir haben unter Beweis zu stellen, dass sozialer Zusammenhalt, wirtschaftliche Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit aller Regionen eines Landes gewährleistet werden können“, sagte der Vorsitzende Stefan Ludwig. An politischen Zielen nannte er unter anderem einen bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn von mindestens zehn Euro pro Stunde und die Angleichung der Ostrenten an das Westniveau.