Verkehr

Auf der Regionallinie RE2 wird endlich bald „gekisst“

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Bahnreisende auf der Linie RE2 (Wismar–Cottbus) können in Kürze endlich in die modernen Doppelstock-Triebwagen vom Typ Kiss einsteigen.

Wie die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) am Freitag bestätigte, ist der Einsatz der ersten vier Neubau-Züge vom 10. März an geplant. Ursprünglich sollten die Fahrzeuge des Berliner Herstellers Stadler bereits seit Dezember 2012 unterwegs sein.

Doch Probleme bei der Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt und Verzögerungen bei der Herstellung sorgten für Zeitverzug. Erst seit Januar sind einige Kiss-Züge auf der Odeg-Linie RE4 (Jüterbog–Rathenow) im Einsatz. Auf dem RE2, der zweitwichtigsten Regional-Express-Linie in Berlin und Brandenburg, hilft wegen der Lieferprobleme seit Monaten die Deutsche Bahn (DB) aus. Deren Fahrzeuge werden nun nach und nach von der Linie abgezogen und durch die neuen Stadler-Triebwagen ersetzt. Odeg-Chef Arnulf Schuchmann hofft, dass bis zum 28. April die zehn für den RE2 benötigten Kiss-Züge komplett geliefert sind. Eine Garantie will er aber noch nicht abgeben.

Die Zeit drängt. Nach Schuchmanns Angaben hat die DB signalisiert, dass sie ihre Züge auf anderen Linien benötigt und daher den Ersatzverkehr ab Ende April nicht mehr in vollem Umfang anbieten könne. Derzeit stellt der Konzern noch 40 Doppelstockwagen und zehn Loks ab, um der privaten Konkurrenz aus der Notlage zu helfen – gegen Bezahlung.

Bisher hat die Odeg neben den Fahrzeugen für den RE4 erst zwei Züge für den RE2 im Depot, ein drittes Fahrzeug wird aktuell abgenommen, Kiss Nummer vier soll im Laufe der kommenden Woche einsatzbereit sein. Vor allem für Fahrgäste in der Niederlausitz und Ostprignitz ist das eine gute Nachricht. Weil die derzeit eingesetzten DB-Züge langsamer als die Kiss-Fahrzeuge sind und der Fahrplan nicht eingehalten werden könnte, entfallen seit Monaten bei den meisten Zügen die Stopps in Breddin (Ostprignitz-Ruppin) und Brand (Dahme-Spreewald). Vor allem die Betreiber der Badewelt Tropical Islands in Brand hatten das kritisiert.

Für einige Wochen wird es für Fahrgäste nun allerdings unübersichtlich. Die gelben Odeg-Fahrzeuge halten vom 10. März an wie geplant in Brand und Breddin. Die roten DB-Züge fahren größtenteils weiter ohne Stopp durch die Bahnhöfe. Die Odeg will im Internet darüber informieren, welche Züge auf einzelnen Verbindungen im Einsatz sind.

( fal )