Justiz

60-Jährige wegen Anstiftung zum Mord verhaftet

Ermittlungserfolg in 15 Jahre altem Fall aus Leegebruch

Mehr als 15 Jahre nach dem Verschwinden einer hochschwangeren Jugendlichen aus Leegebruch (Oberhavel) wird der Fall für die Ermittler immer klarer: Wegen Anstiftung zum Mord ist eine 60-Jährige verhaftet worden. Es handelt sich dabei um die Mutter eines der beiden Tatverdächtigen, teilte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Freitag mit. Die 33 und 78 Jahre alten Männer waren schon im vergangenen November verhaftet worden. Die Frau habe seit Jahren in Verdacht gestanden, in den Fall verwickelt zu sein. „Im Zuge der weiteren umfangreichen Ermittlungen hat sich der Tatverdacht erhärtet“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Neuruppin, Lolita Lodenkämper. Das Motiv der 60-Jährigen soll sein, dass sie Unterhaltsansprüche gegen ihren Sohn verhindern wollte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 17-Jährige heimtückisch ermordet worden ist. Ihre Leiche ist jedoch verschwunden. Zuletzt war die junge Frau im Juli 1997 nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im Krankenhaus Hennigsdorf gesehen worden. Obwohl die Eltern bei der Suche nach ihrer Tochter auch einen Privatdetektiv eingeschaltet hatten, blieb die Jugendliche verschwunden.

Im Januar 2012 rollte die Polizei den Fall auch mithilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ noch einmal auf. Dabei erhärtete sich aufgrund von Indizien der schon früher bestehende Verdacht gegen den Ex-Freund der Jugendlichen. Er soll der Erzeuger des damals erwarteten Kindes sein. Im November 2012 wurden der 33-Jährige und ein 78 Jahre alter Bekannter der Familie schließlich verhaftet. Die Männer sollen die Jugendliche heimtückisch getötet haben – nachdem sie von der heute 60-Jährigen dazu angestiftet worden seien.

Viele Indizien

Die Frau ist laut Staatsanwaltschaft am Donnerstag an ihrem Arbeitsplatz in Kremmen (Oberhavel) verhaftet worden. Am Freitag wurde sie der Haftrichterin in Neuruppin vorgeführt. Die Männer schweigen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft will in Kürze Mordanklage erheben. „Wir brauchen dafür die Leiche des Opfers nicht“, sagte Lodenkämper. Aus Sicht der Ankläger reichen die Indizien, um die Beschuldigten auch zu überführen. Bestärkt fühlt sich die Behörde durch das Oberlandesgericht (OLG) in Brandenburg/Havel: Die Richter hatten im Januar eine Haftbeschwerde der Männer abgelehnt, weil sie von einem dringenden Tatverdacht ausgehen.