Statistik

Export-Rekord in Brandenburg

Die Ausfuhren steigen. Doch kleine Unternehmen haben noch Probleme

- Deutsche Ausfuhren haben im vergangenen Jahr Rekordwerte erreicht. Davon haben auch Brandenburger Unternehmen profitiert. Allein im ersten Halbjahr erreichten die Exporte märkischer Unternehmen 7,1 Milliarden Euro - knapp 8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums stiegen die Importe von Januar bis Juni 2012 auf 9,7 Milliarden Euro, ein Plus von 10,4 Prozent. Jahreswerte für 2012 liegen für Brandenburg derzeit noch nicht vor.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden lieferten deutsche Unternehmen in den ersten elf Monaten Waren im Wert von mehr als einer Billion Euro in alle Welt. 2011 wurde diese magische Schallmauer erst am Nikolaustag übersprungen.

Für märkische Unternehmen gewinnen internationale Märkte immer mehr an Bedeutung, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Zwischen 2000 bis 2006 stieg der Außenhandel um gut rund 106 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Nach aktuell vorliegenden letzten Statistikangaben zu dem Thema von 2011 haben märkische Unternehmen Waren im Wert von 13,6 Milliarden Euro ausgeführt - zehn Prozent mehr als 2010.

Noch profitierten in der Regel die großen Firmen im Land. Die kleinen und mittleren Unternehmen hätten noch eine viel zu geringe Exportquote. "Klar ist, wir wollen sie im Bereich Außenhandel unterstützen", sagte Christoffers. Hilfe gebe es bei der Organisation von Unternehmerreisen oder auch bei Messeauftritten.

Der Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg, Rolf Strittmatter, betonte, als Wirtschaftsförderer werde die positive Entwicklung im Außenhandel unterstützt. "Denn eine hohe Quote im Export stärkt die Brandenburger Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze", sagte Strittmatter. Die ZAB habe seit ihrer Gründung 2001 rund 900 Unternehmer aus Berlin und Brandenburg auf über 80 Reisen mitgenommen. Sie trafen dort einige tausend potenzielle Investoren.

Mit insgesamt 62 Maßnahmen in der Außenwirtschaft werden brandenburgische Unternehmen in diesem Jahr unterstützt, um Produkte und Dienstleistungen im Ausland zu vermarkten. Die Industrie- und Handelskammern in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam sowie die Handwerkskammern und die ZAB organisieren die Projekte. Geplant sind 15 Unternehmerreisen ins Ausland und 21 Messeauftritte. Renner als Zielland ist nach ZAB-Angaben Polen, mit insgesamt acht Maßnahmen zur Markterschließung.

Traditionell gehen ein großer Teil der Brandenburger Exporte in Länder der Europäischen Union. Nach den vorliegenden Angaben für 2011 waren es Produkte und Anlagen im Wert von 9,1 Milliarden Euro. An erster Stelle steht Handelspartner Frankreich mit einem Anteil von

15,4 Prozent, auf Platz 2 und 3 rangieren Polen und die USA. An der Spitze der Exportliste stehen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Luftfahrterzeugnisse mit einem Anteil von 17,5 Prozent. International gefragt sind auch pharmazeutische Produkte sowie Blech aus Eisen und Stahl.