Landesstiftung

Immer mehr Familien geraten in Notsituationen

Brandenburger Stiftung beklagt steigende Tendenz

- 20 Jahre nach der Gründung der brandenburgischen Landesstiftung "Hilfe für Familien in Not" sieht die Geschäftsführerin Marlies Kuhl wachsende Bedürftigkeit im Land. "Die Zahl der in Not geratenen Familien weist in den letzten Jahren eine steigende Tendenz auf", sagte Kuhl am Wochenende. Die Ursachen dafür seien vielfältig, oftmals aber auf Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfebedürftigkeit zurückzuführen. "Häufig reicht das Einkommen so schon kaum für das Nötigste, und wenn dann unvorhergesehene Schicksalsschläge hinzukommen, kann das Familien schnell in eine Notlage bringen", sagte Kuhl.

Die am 4. Dezember 1992 von der damaligen Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) gegründete Stiftung verfolgt das Ziel, Familien in akuten Notlagen zu helfen, in die sie unverschuldet geraten sind. Meist werden die Familien bei der Anschaffung von dringend notwendigen Möbeln oder Haushaltsgeräten unterstützt. Dabei agiert die Stiftung nachrangig - sie kommt nur zum Einsatz, wenn die gesetzlichen Leistungen nicht ausreichen. Und sie setzt auch immer noch auf das Engagement von privaten Spendern.

Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) zeigte sich dankbar für das Engagement von vielen Seiten. "Ich bin froh, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft starkmachen, die Geld und persönliches Engagement einsetzen, um Schwächeren unter die Arme zu greifen", sagte der Minister mit Blick auf das 20-jährige Bestehen der Landesstiftung. Schicksalsschläge wie Krankheiten oder Tod kämen plötzlich und unerwartet, fügte er hinzu. Am härtesten treffe es meist die Kinder.

Perspektiven aufzeigen

"Die Stiftung ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Hilfsangebots in Brandenburg", sagte Kuhl. Dennoch müsse sie noch bekannter werden. "Viele wissen gar nicht, dass sie auch Hilfe bekommen können", berichtete die 58-Jährige. Im Sommer seien sie deshalb auch auf Stadt- und Dorffesten unterwegs, um sich sowohl den Menschen vorzustellen, als auch um für Spenden zu werben. "Wenn wir dann die Geschichten der Menschen hören, wissen wir teilweise gar nicht, wie sie es schon so lange ausgehalten haben."

Die Stiftung trage mit ihrer Arbeit einen Teil zur Minderung der Not bei, sagte Kuhl. Ziel sei, den Menschen eine Perspektive zu bieten, damit sie ihren Alltag langfristig wieder möglichst eigenständig meistern könnten. "Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten", betonte die Geschäftsführerin.