Campus-Schule

Bergarbeiter-Klinik wird Zentrum für Gesundheitsberufe

Skalpelle, Scheren und Klammern liegen auf einem sterilen grünen Tuch. Mit Mundschutz, Haube und Kittel bekleidet reicht eine Schwester dem Chefarzt Mullkompressen.

- Doch der Patient ist aus Kunststoff und die Operation eine praktische Lehreinheit in der Ausbildung zur operationstechnischen Assistenz in der Schule des Familiencampus Lausitz. Träger der Einrichtung im Schipkauer Ortsteil Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) ist die Klinikum Niederlausitz GmbH.

Mit fast 1,5 Millionen Euro fördert die EU den Ausbau des acht Hektar großen Geländes eines über 110 Jahre alten Bergarbeiter-Krankenhauses. Es entsteht ein Zentrum zur Ausbildung in Gesundheitsberufen und für Therapieangebote. Das Geld stammt aus dem Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Erstmals können Lehrlinge seit September dort auch wohnen. Mit ELER-Mitteln entstand im Dachgeschoss eines gelben Backsteinbaus ein Internat mit zwölf Zwei-Bett-Zimmern. 2013 soll der Umbau eines Heizhauses zur Mensa abgeschlossen werden. In einem therapeutischen Kletterpark wurden von Diplom-Psychologin Diana Tietze und ihrem Team bereits mehr als 1500 Angst- und Depressionskranke behandelt.

"Ohne EU-Gelder wären diese drei Projekte undenkbar gewesen", sagt Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD). Ziel der Förderung sei, in ländlichen Regionen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und einer Abwanderung von Fachkräften entgegenzuwirken. Zwei Drittel der Brandenburger lebe auf dem Land und in kleinen Orten. Die Lausitz sei eine der wichtigsten Förderregionen. Dorthin seien in den vergangenen 20 Jahren 1,5 Milliarden Euro Fördermittel von EU, Bund und Land geflossen.

Seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden an der Campus-Schule erstmals mehr als 200 Lehrlinge in der Gesundheits- und Altenpflege ausgebildet, wie Verwaltungsleiter Christian Raum sagt.