Kriegsfund

500-Kilo-Bombe am Rande des Spreewaldes entschärft

Eine 500-Kilo-Fliegerbombe ist am Freitag in Märkisch Buchholz (Dahme-Spreewald) entschärft worden.

- Mitarbeiter des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes konnten den sowjetischen Sprengkörper mit zwei Zündern aus dem Zweiten Weltkrieg in etwa zweistündiger Arbeit unschädlich machen, wie Amtsdirektor Thomas Koriath mitteilte. Zur Sicherheit war zuvor der gesamte Ort, in dem 800 Menschen wohnen, evakuiert worden. Märkisch Buchholz ist nach Angaben des Amtes Schenkenländchen die kleinste Stadt Brandenburgs.

Die Entschärfung der Bombe verzögerte sich, weil ein Ehepaar sein Haus nicht verlassen wollte, wie Amtsdirektor Koriath sagte. Die Eheleute wurden von Polizisten aus dem Haus geholt. Rund 70 Helfer von Polizei, Feuerwehr und Verwaltung waren im Einsatz, um die Häuser zu kontrollieren. Die meisten Einwohner waren während der Entschärfung aber zur Arbeit gegangen oder kamen bei Verwandten und Bekannten unter. Nur wenige nutzten nach Angaben der Amtsverwaltung die beiden bereitgestellten Notquartiere in den Ortschaften Münchehofe und Halbe. Gegen 14 Uhr wurde der Sperrkreis aufgehoben, und die Menschen konnten in den Ort zurückkehren. Die Polizei gab auch die gesperrten Zufahrtsstraßen nach Märkisch Buchholz, die Bundesstraße 179 Berlin-Cottbus und die Landstraße 74 wieder frei. Der Sprengkörper war bei einer planmäßigen Suche in rund drei Metern Tiefe neben der Bundesstraße am Ortsausgang entdeckt worden.

Brandenburg ist mit 400.000 Hektar Verdachtsflächen das Bundesland mit der stärksten Munitionsbelastung in Deutschland. Häufig werden 250 oder 500 Kilogramm schwere Bomben mit Langzeitzündern aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, die meisten in Oranienburg nördlich Berlins.