Königlicher Weinberg

Platzeck pflanzt ein Apfelbäumchen

Königlicher Weinberg bei Sanssouci wird bis 2019 rekultiviert. Schlösserdirektor Dorgerloh wirbt für Patenschaften

- Nicht nur Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Isenburg pflanzten anlässlich ihrer Hochzeit im August vorigen Jahres eine königliche Apfelsorte, auch Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich (CDU) und Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) übernahmen bereits eine damit verbundene Patenschaft. Am Donnerstag setzte auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ein Bäumchen in die Erde der Gärten des Königlichen Weinbergs auf dem Potsdamer Klausberg. Er entschied sich für die Sorte "Roter Boskop".

Gleichzeitig warb Platzeck für Patenschaften. Sie kosten zwischen zehn und 50 Euro und sollen mit dazu beitragen, dass der königliche Garten wieder hergestellt wird. Auf dem Klausberg ließ Friedrich der Große (1712-1786) einst Aprikosen, Pfirsiche und Weintrauben reifen. Der Garten verwilderte, seit sechs Jahren kümmern sich die Mosaik-Werkstätten für Behinderte in Berlin um die Gartenanlage. Mit der gemeinnützigen Einrichtung schloss die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg einen Pflegevertrag. Seither wurden laut Mosaik-Geschäftsführerin Cornelia S. Heinemann alte Wege frei gelegt und 700 Rebstöcke sowie 100 Obstbäume gepflanzt.

Schlösserdirektor Hartmut Dorgerloh kündigte an, bis zum 250. Bestehen im Jahr 2019 solle die 3,6 Hektar große Anlage wieder weitgehend hergestellt sein. Geplant seien eine Schaugärtnerei und ein Hofladen. Dort soll dann der Wein aus eigener Produktion verkauft werden. In diesem Jahr wurden erstmals 200 Flaschen abgefüllt und teilweise versteigert. Ob die komplette Rekultivierung innerhalb von fünf Jahren gelingt, ist offen. Denn sie würde laut Dorgerloh rund 2, 8 Millionen Euro kosten. Teuer seien vor allem die baulichen Anlagen, wie die Talutmauern. Durch ihren Schutz könnten empfindliche Obstsorten schneller reifen, erklärte Hartmut Dorgerloh.

Herzstück des Königlichen Weinbergs sind die bereits wieder instandgesetzten "Lepereschen Mauern - ein von Ziegelsteinwänden eingefasster Obstgarten auf dem Weinberg. Derzeit fährt ein Mosaik-Team zweimal wöchentlich von Berlin nach Potsdam. Zwischen den Mauern stehen mittlerweile wieder Obstbäume. "Auf der Südseite Wein, im Osten Pfirsiche, in der Abendsonne Birnen und in der Mitte Äpfel", sagte Wein- und Gartenbauer Oliver Boden. 1862 verwandelte der Obstzüchter Alexis Lepère den Garten zu einer Frucht-Oase. Nach Pariser Vorbild legte er auf einem Teil des Weinberges einen 40 mal 17,5 Meter großen Obstgarten an, der durch drei Mauern gegliedert wurde.