Filmfest

Der israelische Film präsentiert sich ab Donnerstag in Berlin

Auch eine Komödie über den Geheimdienst wird gezeigt

Filmliebhaber erwartet in der Hauptstadt Besonderes. Am Donnerstag startet das "Israel Film Festival Berlin". Gezeigt werden bis zum 21. Oktober rund 70 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme von israelischen Filmemachern.

"Israel ist ein kleines Land, für seine Größe werden dort außergewöhnlich viele und gute Filme produziert", sagt Michael Höfner vom Filmverleih GMfilms. Er organisiert das Festival zusammen mit dem deutschen Regisseur Jürgen Brüning. Beraten werden sie dabei von den beiden Israelis Yair Hochner und Anat Even. Yair Hochner veranstaltet in Tel Aviv das jährliche schwul-lesbische Filmfestival. Anat Even ist für ihre Dokumentarfilme bekannter geworden. Einer der von ihr beim Festival gezeigten Filme ist "Detained" von 2002, der das Leben dreier palästinensischer Witwen in einem zur Hälfte palästinensisch und israelisch kontrollierten Haus schildert.

Erinnerung an Amos Gutman

Zwar sehen die Macher das Festival als unabhängig von den großen Studios und gängigen Finanzierungen. Aber nur wenige der Filme im Programm sind wirklich sogenannte "independent-" und "Low Budget-Produktionen" wie etwa "Israeli Intelligence" - eine trashige Komödie über den israelischen Geheimdienst.

Erinnert wird bei dem Festival auch an den Pionier des schwulen israelischen Films Amos Gutman und an Juliano Mer-Khamis. Der vielfältige Künstler Mer-Khamis gründete in Jenin im Westjordanland das bekannte Freedom Theatre. Er wurde 2011 von einem maskierten Attentäter ermordet. Organisator Höfner möchte Mer-Khamis als wichtige Person der israelischen Kultur gewürdigt sehen. Gezeigt wird daher der 1985 von Amos Gutmann gedrehte Film "Bar 51", in dem Mer-Khamis in seiner ersten großen Schauspielrolle auftrat.

Obgleich viele Filme in dem Programm politisch seien, verstehe sich das Festival als unpolitisch, sagt Höfner. Das Thema Homosexualität sei im israelischen Film sehr präsent und spiele deshalb auch während des Filmfestivals eine wichtige Rolle. Ein besonderes Anliegen ist den Festivalorganisatoren die Förderung von Filmen weiblicher Regisseure, weshalb man für diese Filme eine Quote eingeführt habe. "Frauen sind im Filmschaffen noch immer unterrepräsentiert", so Höfner.

Viele der Filme werden in Anwesenheit der Regisseure gezeigt, die im Anschluss für Fragen zur Verfügung stehen. Diskutiert werden soll auch über die Rolle Berlins für das israelische Kunstschaffen. Die Filme mit englischem Untertitel werden am Kottbusser Damm im Kreuzberger Kino Moviemento gezeigt. Information zum Festival finden sich im Internet unter: www.israelfilmfestivalberlin.com