Jugendarbeit

Freizeiteinrichtung für Kinder droht das Aus

Spandauer Ausschuss berät über Sparmaßnahmen

Die Freizeiteinrichtung Hinter den Gärten 22, in der sich Erzieher und Sozialarbeiter um Kinder aus dem Falkenhagener Feld kümmern, ist in seiner Existenz bedroht. "Und dabei sind wir das einzige Angebot in diesem sozialen Brennpunkt weit und breit. Als offener Treff sind wir eine wichtige Anlaufstelle für Kinder im Grundschulalter", sagt Eva Kevenhörster, Sozialarbeiterin und Vize-Leiterin der seit 22 Jahren bestehenden Einrichtung des Treffpunkts "Hinter den Gärten".

Die Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro teilen sich in diesem Jahr der Bezirk Spandau (60.000) und die beiden Kirchengemeinden Paul-Gerhardt und St. Nikolai (90.000). Weil dem Bezirk für die Förderung der freien Träger im kommenden Jahr jedoch Geld fehlt, sollen dieses Lückekinderprojekt und ein weiteres in Haselhorst nur noch rund die Hälfte ihres jetzigen Zuschusses erhalten. Das ist der Vorschlagsliste zu entnehmen, über die am kommenden Dienstag, 16. Oktober, der Jugendhilfeausschuss im Rathaus Spandau (16 Uhr, Raum 202) beraten will.

Auch die schon lange geforderte Wochenendöffnung in einigen Jugendfreizeiteinrichtungen, die seit August angeboten wird, ist für 2013 nach Auskunft der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses Christiane Mross (SPD) noch nicht finanziert. Wurden in diesem Jahr für alle Angebote der freien Träger insgesamt 1,5 Millionen Euro ausgegeben, stehen 2013 für die Jugend- und Familienarbeit rund 63.000 Euro weniger zur Verfügung. Angesichts der Anträge in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro müssen die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses jetzt über etliche Kürzungen entscheiden.

Mittagessen und Hausaufgaben

"An den Kindern auf diese Weise zu sparen, wird sich rächen. Viele werden perspektivlos abrutschen und auf der Straße landen", kritisiert Eva Kevenhörster und betont, dass sie für Horte sei, aber Einrichtungen wie ihre daneben existieren müssten, schon damit es eine Auswahl gebe. Der Treff, zu dem die Kinder während der Öffnungszeiten jederzeit unangemeldet kommen könnten, wo sie Hausaufgaben machten und ein Mittagessen bekämen, sei für die Grundschulkinder ausgesprochen wichtig.

Das Argument, dass alle Grundschulkinder ab dem Sommer 2013 einen Anspruch auf einen Hortplatz haben, hält die Sozialarbeiterin nicht für schlüssig: "Erstens werden nicht alle Kinder aufgenommen, beispielsweise, wenn die Eltern nicht arbeiten: Dann brauchen sie eine sozialpädagogische Begründung, das ist aber schwierig." Außerdem sei der Hort kostenpflichtig, schon den Antrag zu stellen, sei für die Eltern eine riesige Hürde. "Angesichts des wenigen Geldes können wir Projekte nicht doppelt anbieten, dann müssen wir die Eltern aufklären", sagt Christiane Mross.

Was ihr Sorgen mache, sei, dass viele Horte keine Ferienbetreuung anbieten und auch während der Schulzeit meistens nur bis 16 Uhr geöffnet haben. Damit die Träger so schnell wie möglich Klarheit haben, hofft die Ausschussvorsitzende, dass der Jugendhilfeausschuss am Dienstag positiv über die Förderung der freien Träger entscheidet.