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Landtagspräsident Gunter Fritsch wird 70 Jahre alt

Wie würze ich das protokollarisch höchste Amt im Land mit einer Prise Humor?

- An diesem Rezept arbeitet Gunter Fritsch seit nunmehr acht Jahren, nachdem er 2004 erstmals brandenburgischer Landtagspräsident geworden war. "Eine angenehme Seite ist, dass man zu jedem Thema eine Meinung haben darf", beschreibt Fritsch den besonderen Reiz seiner Aufgaben im brandenburgischen Landtag. Durchsetzen müssten es dann am Ende die Fraktionsvorsitzenden, während der Präsident das Ganze mehr überparteilich steuere. An diesem Freitag wird der gebürtige Landsberger 70, denkt aber noch lange nicht ans Aufhören.

Auf seinem Stuhl hoch oben über dem Parlament sitzt Fritsch zuweilen der Schalk im Nacken. So erspart er sich und anderen auch in aufgeregten Debatten manchen Ordnungsruf und entschärft brenzlige Situationen lieber mit trockenem Humor. Auch ist nicht bekannt, dass der Chef des Hohen Hauses mal zur Glocke gegriffen hat, um für Ruhe zu sorgen.

Fritsch arbeitete sich einst in der DDR vom Kfz-Mechaniker hoch zum Entwicklungsingenieur am Berliner Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie. Als Bausoldat der NVA zeigte er in den 60er-Jahren Widerstandsgeist, der ihm vorübergehend Haft im Zuchthaus Cottbus einbrachte. Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte Fritsch von 1990 bis 1997 als Landrat im damaligen Kreis Strausberg und späteren Kreis Märkisch-Oderland. Von 1997 bis 1999 war Fritsch im Kabinett von Manfred Stolpe Agrarminister, dann übernahm er für fünf Jahre den Vorsitz der SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag.