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Probleme der Berliner Feuerwehr

Bewerber Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bei der Berufsfeuerwehr in Berlin ist stark rückläufig. Seit der Ausbildungsreform vor zwei Jahren fiel die Bewerberzahl von 1400 auf zuletzt 600. Gerade gut qualifizierte Schulabgänger würden sich immer seltener melden, sagt Gewerkschaftsvertreter Martin Schombel. Ein Grund sei die Bezahlung mit rund 800 Euro während der ersten beiden Ausbildungsjahre. Vor der Reform hätten Anwärter zumindest im zweiten Lehrjahr noch rund 1400 Euro verdient. Um die Nachwuchssuche zu verstärken, sei mehr Personal und mehr Geld nötig.

Bedarf Besonders von 2016 an benötigt die größte Berufsfeuerwehr Deutschlands mit rund 3600 Einsatzkräften mehr geeignete Bewerber. "Von diesem Zeitpunkt an gehen die zahlenstarken Jahrgänge in den Ruhestand", sagt Schombel, der Vorsitzender der Feuerwehr-Gruppe in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist. Um Engpässe zu vermeiden, müsse darum schon heute mehr Nachwuchs eingestellt werden. Zuletzt war das Gegenteil der Fall: Statt 60 Anwärter pro Halbjahr haben im September nur 40 junge Anwärter die zweijährige Ausbildung begonnen.

Zukunft Auf dem künftig stillgelegten Flughafen Tegel soll der neue Ausbildungsstandort entstehen, der wegen größerer Platzkapazitäten auch mehr Nachwuchskräfte aufnehmen könnte. Doch wegen der Hängepartie um den neuen Großflughafen in Schönefeld wird der Zeitrahmen bereits enger. Ein Problem besteht auch in den schlechten Schulnoten und der fehlenden Vorbildung bei den Bewerbern. Hinzu kommt, dass der Sporttest eine große Hürde darstellt. Beim jüngsten Test scheiterten von 272 Bewerbern 82 an ihrer fehlenden Fitness.

( pol/dpa )