Kriminalität

Zwei Männer schlafen im Wagen - Auto von Bekanntem angezündet

Mordkommission übernimmt Ermittlungen in Steglitz

Zwei junge Männer sind in der Nacht zu Sonnabend in Steglitz gerade noch rechtzeitig aus einem brennenden Auto gerettet worden. Zum Retter für die 21 und 31 Jahre alten Männer wurde ein aufmerksamer Passant, der die in dem Auto schlafenden Männer geweckt hatte. Der Wagen war nach ersten Erkenntnissen der Polizei zuvor offenbar vorsätzlich in Brand gesetzt worden. Weil die Polizei eine versuchte Tötung der beiden Autoinsassen zumindest nicht ausschließen kann, hat noch in der Nacht die 7. Mordkommission die Ermittlungen übernommen.

Auf dem Parkplatz an der Düppelstraße unter der Autobahn A 103 sieht ein Spaziergänger gegen 3.30 Uhr Flammen an einer viertürigen Limousine. Als der Mann sich dem Fahrzeug nähert, bemerkt er, dass zwei Männer in dem brennenden Auto schlafen. Geistesgegenwärtig weckt der Zeuge die beiden aus Polen stammenden Berlin-Besucher. Die entsetzten Männer können sich buchstäblich in letzter Sekunde unverletzt aus dem Wagen befreien. Hilflos und schockiert müssen sie mitansehen, wie der Wagen ein Raub der Flammen wird. Die alarmierte Feuerwehr löscht den Brand mit einer Schaumlöschkanone, kann aber nicht verhindern, dass das Auto völlig ausbrennt. Zwei in der Nähe stehende Fahrzeuge werden durch die Hitze der Feuersbrunst ebenfalls beschädigt. Beamte eines Brandkommissariats kommen bei ihren ersten Untersuchungen zu dem Schluss, dass der Wagen von einem Unbekannten vorsätzlich angezündet wurde. Auf welche Art die Brandstiftung verübt wurde, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen. Das vom Brand zerstörte Auto wird beschlagnahmt und zur eingehenden Untersuchung durch Kriminaltechniker abgeschleppt.

Die von dem Feuer im Schlaf überraschten Männer hätten unglaubliches Glück gehabt, dass der zufällig vorbeikommende Zeuge bestmöglich gehandelt habe, sagte ein am Einsatz beteiligter Feuerwehrmann. Wäre der Passant nur wenige Minuten später am Brandort erschienen, die Männer hätten den Anschlag auf ihren Wagen wohl kaum überlebt. Unklar ist bislang, ob der Brandstifter den Wagen trotz der Insassen angezündet hatte oder die darin schlafenden Personen nicht bemerkt hatte. Aufgrund dieser unklaren Ausgangslage übernahm die Mordkommission den Fall. Die ermittelnden Beamten nehmen nur kurze Zeit nach dem Brand in der Nähe einen 66 Jahre alten Mann vorläufig fest. Der Pole wird verdächtigt, den Brand wegen vorangegangener Streitigkeiten gelegt zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend. Nachzuweisen sei ihm das bislang jedoch nicht. Die Polizei bittet deshalb nun Zeugen, die verdächtige Beobachtungen an der Düppelstraße gemacht haben, sich unter der Rufnummer 4664-91 17 01 an die 7. Mordkommission oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.