Hochschulstrukturreform

Protest gegen die Fusion der Hochschulen in der Lausitz

Studenten: Region braucht zwei eigenständige Universitäten

- Der Widerstand der Cottbuser Universität gegen die geplante Zusammenlegung mit der Hochschule Lausitz geht weiter. So forderte der Studierendenrat der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) am Dienstag einen Stopp der Sparrunden bei den Hochschulen und der beabsichtigten Fusion mit der Hochschule Lausitz in Senftenberg. Die Region brauche zwei starke und eigenständige Hochschulen, die gut finanziert werden, sagte ein Sprecher. Anlass war eine Sitzung des Kabinetts mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in der Lausitz-Stadt.

Die Landesregierung berät unter unterem über die geplante Hochschulstrukturreform des Landes, speziell zur künftigen Entwicklung in der Lausitz. Studenten der Cottbuser Universität haben zum Abschluss der Beratung eine Demonstration auf dem Altmarkt vor dem Tagungsgebäude angekündigt. Dort wollten sie Regierungschef Platzeck einen Spiegel überreichen und ihm auf diese Weise die ihrer Meinung nach verfehlte Hochschulpolitik vorhalten, wie der Sprecher des Studierendenrates sagte.

Die Finanzierungszusagen, die Platzeck bei einem Besuch in Cottbus Mitte August abgegeben hatte, reichten nicht aus, erklärte ein Sprecher der BTU-Mitarbeiter. Er forderte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) und die Stadtverordneten in Cottbus auf, von der Landespolitik eine Abkehr von den Fusionsplänen des Potsdamer Wissenschaftsministeriums zu verlangen. Eine Volksinitiative hatte 42.000 Unterschriften für den Erhalt beider Hochschulen gesammelt, von denen 33.000 vom Landeswahlleiter als gültig anerkannt wurden. Deshalb muss sich der Landtag mit diesem Thema befassen.

Unterdessen hat sich der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) für den Erhalt der juristischen Fakultät an der Universität Potsdam ausgesprochen. Die enorme Nachfrage nach einem Studienplatz in Potsdam zeige, wie attraktiv die juristische Fakultät sei, teilte Jakobs am Dienstag mit. Für das kommende Studienjahr hätten sich 600 Studenten angemeldet. Die Verlagerung der Juristenausbildung an eine andere Universität sei daher nicht nachvollziehbar. Hintergrund ist der Vorschlag der Hochschulstrukturkommission, demzufolge es künftig nur noch an der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) möglich sein soll, das erste juristische Staatsexamen abzulegen.