Cottbus

Kohlegegner protestieren gegen geplanten Tagebau

Begleitet von Protesten Hunderter Lausitzer hat am Dienstag in Cottbus die dreitägige Anhörung zur Erweiterung des Kohletagebaus Welzow-Süd begonnen.

- Betroffene Bürger, Verbände, Kommunen, Unternehmen, Vereine und Organisationen haben fast 5000 Einwendungen zum Braunkohlenplan Welzow-Süd II eingereicht. Rund 100 davon kamen aus Ostsachsen. Die Argumente sollen bis Donnerstag bei der bisher größten regionalen Anhörung im Messezentrum erörtert werden. Zum Auftakt hatten sich in einer Halle mehrere hundert Menschen eingefunden.

Vattenfall will mit der Kohleförderung in dem umstrittenen Areal voraussichtlich im Jahr 2027 beginnen. Das Gebiet umfasst 2000 Hektar, davon 83 Hektar im sächsischen Landkreis Kamenz. Insgesamt sollen dort 204 Millionen Tonnen Brennstoff für das Lausitzer Großkraftwerk Schwarze Pumpe herausgeholt werden. Vertreter von Planungsbehörden, vom Landesbergamt und dem Energieunternehmen Vattenfall stehen bei der nicht öffentlichen Anhörung bis Donnerstag Rede und Antwort. Klaus Weymanns, Referatsleiter in der Gemeinsamen Landesplanungs-Abteilung Berlin-Brandenburg, warb um eine sachliche und konstruktive Diskussion. Die Einwände betreffen auch die geplante Umsiedlung von 810 Welzowern, von denen sich etwa die Hälfte dagegen wehrt.

Außerdem geht es um die Abbaggerung eines Teils der Kleinstadt sowie der Ortsteile Proschim und Lindenfeld, die Zerstörung von Feldern, Wiesen und Wäldern, den Klimaschutz und mögliche Rutschungsgefahren für das Dorf Lieske zwischen dem Lausitzer Seenland und dem künftigen Tagebau Welzow-Süd II.