Kommentar

Eine Chance gegen Rot-Rot

Gudrun Mallwitz zum Sturz der CDU-Chefin

Sie war die Hoffnungsträgerin einer neuen Generation in der Brandenburger CDU. Verkrustete Strukturen wollte sie aufbrechen, die um die 20 Prozent dümpelnde Partei stärker im SPD-geprägten Brandenburg verankern. Nach nur zwei Jahren im Amt ist auch Saskia Ludwig gescheitert.

Die 44-Jährige fiel nicht einer Intrige zum Opfer, auch keinen Flügel- und Machtkämpfen. Im Gegenteil. Selten war sich die märkische Union so einig: Ihre Vorsitzende war untragbar geworden. Saskia Ludwig hatte versucht, die Brandenburger Union am rechten Rand zu platzieren. Allerdings ohne ihre Partei auf diesem Kurs mitzunehmen. Als Saskia Ludwig jetzt erneut ihre Parteifreunde mit einem Beitrag im rechtspopulistischen Blatt "Junge Freiheit" brüskierte, zog die Fraktion die Bremse. Ludwigs Kampf gegen die rot-rote Landesregierung hatte zum Teil fanatische Züge angenommen. Zunehmend reagierten selbst ihre Anhänger auf ihre Verschwörungstheorien. Einen Schmusekurs können Platzeck und die SPD allerdings auch unter Dieter Dombrowski nicht erwarten. Wegen des Hauptstadtflughafen-Debakels hatte der Fraktions-Vize im Landtag jüngst gar den Rücktritt von Ministerpräsident Platzeck gefordert.

Unter Dombrowski hat die CDU Brandenburg die Chance, bei den Landtagswahlen 2014 Rot-Rot zu beenden. Sie muss sich nur endlich um die drängenden Probleme im Land kümmern.

Eine Koalition mit der Ludwig-CDU hatte Platzecks SPD kategorisch ausgeschlossen. Nach diesem Befreiungsschlag ist die Union wieder im Spiel.