Insolvenzen

Verbraucher im Havelland haben die höchsten Schulden

Die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Brandenburg ist im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 1939 Personen gesunken.

- Auch die Höhe der Schulden pro insolventem Verbraucher lag mit 40.000 Euro etwa zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau, teilte das Amt für Statistik am Freitag in Potsdam mit. Einen Rückgang um 7,2 Prozent gab es bei den zahlungsunfähigen Unternehmen. 298 Betriebe meldeten zwischen Januar und Juli Insolvenz an. Allerdings waren die Schulden der Betriebe in diesem Jahr mit insgesamt 324,9 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2011. Damals waren Forderungen von 148,3 Millionen Euro offen.

Fast bei jeder Verbraucherinsolvenz (98 Prozent) wurde auch ein Verfahren eröffnet. Im Landkreis Oberhavel gab es mit rund 200 Verbraucherinsolvenzen die meisten Betroffenen. Die höchsten Schulden häuften die Verbraucher im Landkreis Havelland mit je 81.400 Euro an. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen gab es im Landkreis Elbe-Elster. Die durchschnittlich geringsten Schulden (je 27 700 Euro) machten die Verbraucher im Kreis Oberspreewald-Lausitz.

Bei den Unternehmen wurden 75 Prozent der Insolvenzverfahren eröffnet. In den restlichen Fällen reichte das Vermögen der Schuldner nicht einmal zur Deckung der Verfahrenskosten. Mit mehr als jeder fünften Unternehmenspleite war das Baugewerbe am stärksten betroffen. Jede vierte insolvente Firma hatte nicht einmal drei Jahre bestanden.