Kampfmittelbeseitigungsdienst

Innenminister ehrt den erfahrensten Bombenentschärfer

Mehr als 150 Mal in Brandenburg im Einsatz

- Sein Job gehört zu den gefährlichsten in Brandenburg: Mehr als 150 Bomben hat Horst Reinhardt (61) bislang entschärft. Nun beging er sein 40-jähriges Dienstjubiläum, Anlass für den brandenburgischen Innenminister Dietmar Woidke (SPD), ihm zu gratulieren. Der Technische Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) habe einen maßgeblichen Anteil daran, dass dieser bundesweit zu den besten gehöre, sagte Woidke am Montag in Potsdam. "Sein Wissen und seine Erfahrung sind heute weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus gefragt", sagte der Minister.

Reinhardt und seine rund 50 Mitarbeiter haben täglich mit hochexplosiven Funden zu tun. "Es vergeht kein Tag, wo wir nicht unterwegs sind, um Kampfmittel zu beseitigen", berichtete der Vater eines erwachsenen Sohnes. In kaum einem anderen Bundesland sind die Folgen des Zweiten Weltkrieges noch so präsent wie in Brandenburg. Jährlich werden durchschnittlich 590 Tonnen Munition in der Mark geborgen.

Oranienburg besonders betroffen

Einen Schwerpunkt bildet Oranienburg (Oberhavel): Auf die Stadt, in der derzeit 42.000 Menschen leben, fielen im Zweiten Weltkrieg mehr als 10.000 Bomben nieder. "Die Einsätze in Oranienburg sind immer markant", sagt Reinhardt. "Die Langzeitzünder vertragen kein lautes Husten und werden mit großem Respekt behandelt." Viele dieser Einsätze leitet er, oft entschärft er die Bombe aber auch selbst. Bis heute lauern im Erdreich Blindgänger mit chemischen Langzeitzündern, die besonders gefährlich sind. Rund 60 derartiger Bomben hat Reinhardt laut Ministerium entschärft. "In Deutschland verfügt derzeit kein zweiter Feuerwerker über eine derart große Erfahrung im Umgang mit diesen tückischen Blindgängern", sagte Innenminister Woidke.

Einen der jüngsten spektakulären Einsätze gab es in Neuhausen (Spree-Neiße), wo Spezialisten fast drei Monate lang Minen gesucht haben. Zuvor hatte im Dezember vergangenen Jahres die Selbstzündung einer sogenannten Riegelmine einen tiefen Krater in eine Straße gerissen. "Da musste man sich etwas einfallen lassen. Denn die Minen, die noch scharf waren und gezündet waren, vertrugen keinerlei Erschütterung." Beseitigt wurden sie schließlich mit einem gepanzerten Bagger, der sich mit Hilfe einer Videokamera zu der Munition durcharbeitete.