Rockermilieu

Neun Rocker nach Razzia in Untersuchungshaft

Polizei wertet Spuren nach Großeinsatz aus

- Nach länderübergreifenden Razzien im Rockermilieu ist am Mittwoch ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann wurde in Sachsen verhaftet, wie eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums sagte. Damit säßen nun insgesamt neun Verdächtige in Haft, darunter drei Angehörige und Sympathisanten des Rockerclubs Hells Angels sowie sechs Mitglieder und Supporter des Gremium MC.

Der Tatvorwurf laute auf gemeinschaftlichen versuchten Mord in zwei Fällen. Die Beschuldigten, die zwischen 22 und 49 Jahre alt sind, sind in Haftanstalten in Brandenburg und Sachsen untergebracht.

Gut sieben Monate nach zwei brutalen Überfällen in der Brandenburger Rockerszene hatten am Dienstag rund 800 Beamte aus vier Bundesländern sechs Verdächtige festgenommen und Beweismittel gesichert. Ein weiterer Verdächtiger war bereits im Februar festgenommen worden. Bei dem Großeinsatz in Brandenburg, Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen wurden gut 50 Wohnungen und Rocker-Treffpunkte durchsucht.

Nach Angaben von Staatsanwalt Peter Graupner wurde eine "enorme Menge" an Gegenständen sichergestellt, die als Beweismittel in Betracht kämen. Neben Waffen, Computern und Datenträgern sei das vor allem Bekleidung. Die Ermittler hoffen auf Blutspuren, mit denen eine Verbindung zum Tatort hergestellt werden könnte.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rockergruppen in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) war in der Nacht zum ersten Weihnachtstag ein 26 Jahre alter Anhänger des Clubs Gremium MC bei einer Diskothek niedergestochen worden. Zu Silvester griff eine Gruppe einen 16-Jährigen nahe derselben Diskothek an. Der Schüler erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde er zufällig Opfer des Übergriffs.