Veranstaltung

Als Friedrich der Große zur Schlössernacht

Fabienne Kinzelmann

Die ersten Zelte stehen, Helfer tragen Biertischgarnituren heran, Gabelstapler kreuzen den Weg. Sonnabend ist es soweit: Die 14. Potsdamer Schlössernacht findet statt.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Arbeitsgemeinschaft Schlössernacht geben sich viel Mühe, um den jährlich 32.000 Besuchern wieder ein außergewöhnliches Erlebnis zu bieten. Dem Schauspiel zusehen, sich durch die Gärten führen lassen oder in Ruhe Musik und Wein genießen - aus über 200 Programmpunkten können Festbesucher ihr individuelles Programm wählen. Neu in diesem Jahr: Ein Friedrich-Lookalike-Wettbewerb und das Heckentheater, das erst im letzten Jahr wieder hergestellt wurde. Restkarten für die Schlössernacht sind noch in Hotels, den Vorverkaufsstellen und übers Internet verfügbar.

Seit sieben Jahren ist Jörn Fechner, Redakteur des Programmheftes, jetzt dabei. Er erzählt von einer "mittelgroßen Katastrophe", die zwei Jahre zurückliegt. Mitten am Abend sei eine Gruppe barocker Gestalten aufgefallen, deren Mitarbeiter-Karten sich als Fälschung herausstellten. Weil die Veranstaltung längst ausverkauft gewesen sei, habe ein Fälscher Tickets an einen Verein verkauft. Dessen Mitglieder hätten sich mit dem Thema Barock beschäftigt - und seien aus "Spaß an der Freude" verkleidet erschienen. Die Fälschungen führten zum Prozess, doch ansonsten, sagt Jörn Fechner, sei die Verkleidungsaktion "doch ein Riesengewinn für die Veranstaltung" gewesen.

Das Organisationsteam setzt selbst auf so viel barockes Flair wie nur möglich. Wer Spaß am Verkleiden hat, kann an einem Statisten-Casting teilnehmen. Eine Jury aus Maskenbildner und Schauspielern beurteilt Kostüm und Auftreten des Bewerbers. "Uhr und Brille gehen natürlich gar nicht", sagt Jörn Fechner. Die hätte es damals schließlich noch nicht gegeben. Auch die Schuhe müssten passen - und natürlich die Sprache: Zu Zeiten Friedrichs des Großen wurde das Gegenüber zum Beispiel oft in der dritten Person angeredet.