Verbrechen

Rentnerin aus Falkensee stirbt nach Vergewaltigung

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Michael Behrendt, Ulla Reinhard und Steffen Pletl

Polizei nimmt 25 Jahre alten Verdächtigen fest. Das Opfer soll einen Herzinfarkt erlitten haben

- Eine 78 Jahre alte Frau ist offenbar an den Folgen einer Vergewaltigung gestorben. Das gab die Brandenburger Polizei am Montag bekannt. Ein 25 Jahre alter Verdächtiger wurde festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt nun in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel.

Der Mann soll die Rentnerin am vergangenen Sonnabend gegen 5 Uhr auf dem Parkplatz des Bahnhofes Finkenkrug angesprochen, sie anschließend vom Fahrrad gezerrt und hinter einer Baumgruppe vergewaltigt haben. Als sich ein Passant näherte, ließ der Täter von seinem Opfer ab und ergriff die Flucht. Der Zeuge leistete Erste Hilfe, alarmierte per Mobiltelefon die Polizei und beschrieb den mutmaßlichen Täter.

Während ein Notarzt das Opfer in ein Krankenhaus brachte, leitete die Polizei eine Großfahndung ein. Im Zentrum von Falkensee entdeckten die Beamten schließlich einen jungen Mann, auf den die Personenbeschreibung zutraf. Er wurde festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war die 78-Jährige im Krankenhaus bereits gestorben. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll sie einen Herzinfarkt erlitten haben. Ob zwischen ihrem Tod und der Vergewaltigung ein Zusammenhang besteht, soll nun durch eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion geklärt werden. Die Leiche wurde bereits am Sonntag von Rechtsmedizinern untersucht, ein abschließendes Ergebnis liegt laut Staatsanwaltschaft noch nicht vor.

Der 25-Jährige hat die Tat laut Polizei während der Vernehmungen in Teilen eingeräumt. Er berichtete, dass er zuvor mit mehreren Freunden gefeiert hatte. Darüber hinaus erhärteten auch die Ergebnisse der Spurensicherung am Tatort sowie eine sofortige DNA-Analyse den Verdacht gegen den 25-Jährigen. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen der Tat sowie die Personen, mit denen der 25-Jährige zusammen war. Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Havelland unter Tel. 03322/269-0, die Internetwache sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Zehn Jahre Haft möglich

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung mit Todesfolge eingeleitet. Danach droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren. Rechtlich müssen die Ermittler nun prüfen, ob ein direkter Zusammenhang zwischen der Vergewaltigung und dem Tod der 78-Jährigen besteht: Der Herzinfarkt müsste durch die Vergewaltigung und nicht durch andere Umstände verursacht worden sein. Juristen sprechen von einer Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination: Der Täter müsste die Vergewaltigung vorsätzlich und den Tod des Opfers mindestens fahrlässig verursacht haben. Möglicherweise müssen die Ermittler den Tatbestand auch abgrenzen von einem Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs. Die Polizei prüft zudem, ob es weitere sexuelle Übergriffe im Bereich Falkensee gegeben hat. Bislang gebe es allerdings keine Hinweise darauf.

Anwohner reagierten geschockt. "Ich kann einfach nicht begreifen, wie ein Mann zu solch einer Tat fähig sein kann", sagte eine junge Frau und deutet auf ein Stück Absperr-Flatterband der Polizei, das noch am Tatort liegt. "Ich gehe hier immer joggen, von jetzt an werde ich meinen Schäferhund dabei haben. Auch wenn der Täter gestellt worden ist. Sonst fühle ich mich hier nicht mehr sicher, dieses Gefühl geht nicht weg."