Verkehr

Räumarbeiten nach Zugunglück dauern länger

Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Güterzugunfall mit einem Toten im Senftenberger Ortsteil Hosena gestalten sich schwierig.

- "Es geht nicht so schnell voran wie ursprünglich erhofft", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag. Die Waggons seien stark ineinander verkeilt und zum Teil noch mit bis zu 80 Tonnen Schotter beladen. "Das macht die Sache sehr instabil", so der Sprecher. Nach Bahnangaben sind seit Freitag mehr als 80 Einsatzkräfte rund um die Uhr mit den Räumarbeiten an der Unfallstelle beschäftigt. Im Einsatz sind auch drei schwere Eisenbahndrehkräne und weitere Spezialtechnik.

Weil die Arbeiten länger dauern als zunächst geplant, bleibt die Bahnstrecke in der Lausitz weiter gesperrt. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Ruhland und Hoyerswerda fahren keine Züge. Die Regionallinien RE 11 (Leipzig-Hoyerswerda) und RE 15 (Dresden-Hoyerswerda) sind unterbrochen. Als Ersatz setzt die Deutsche Bahn weiter Busse ein. Wann wieder Züge fahren können, ist nach Aussagen der Bahn vom Sonntag fraglich. Erst nach den Aufräumarbeiten könne der Umfang der nötigen Reparaturen abgeschätzt werden, sagte ein Sprecher. Fest stehe bereits, dass mindestens mehrere Hundert Meter Oberbau, die Oberleitungsanlagen an der Unfallstelle und mehrere Weichen erneuert werden müssen. Auch für das zerstörte Stellwerk muss die Bahn technischen Ersatz schaffen. Wie berichtet, war das Bahngebäude beim Zusammenstoß zweier Güterzüge am Donnerstag zerstört worden. In den Trümmern des Stellwerks starb ein 54 Jahre alter Bahnmitarbeiter.

Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Die Bundespolizei prüft, ob menschliches Versagen Auslöser der folgenschweren Kollision unweit der brandenburgisch-sächsischen Grenze gewesen ist. "Wir ermitteln wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr", sagte Sprecher Meik Gauer. Gemeinsam mit Spezialisten des Eisenbahn-Bundesamtes würden die sichergestellten Daten derzeit ausgewertet.