Kita-Ausflug

Jungen im Bus vergessen - Abmahnungen für Erzieherinnen

Die vier Erzieherinnen, die einen fünfjährigen Jungen bei einem Kita-Ausflug in Potsdam in einem Linienbus vergessen haben, müssen mit Abmahnungen rechnen.

- Der Internationale Bund, der die "Kita Märchenland" in Potsdam-Drewitz betreibt, kündigte personalrechtliche Konsequenzen an. Außerdem ermittelt die Polizei gegen die Erzieherinnen wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

Das Jugendamt hatte den freien Träger aufgefordert, umfassend Stellung zu beziehen. Der Sprecher der Stadt, Jan Brunzlow, sprach von einem "ungeheuren Vorgang". Die Gruppe mit den 33 Kindern und vier Erzieherinnen hatte nach einem Ausflug zum Schloss Sanssouci einen Linienbus für den Heimweg benutzt. An der Haltestelle Alter Markt stieg sie in eine Straßenbahn um. Dabei vergaßen die Erzieherinnen den Kleinen. "Der Junge war eingeschlafen", schilderte die Geschäftsführerin des Internationalen Bundes, Astrid Goethe, dem Jugendamt jetzt den Vorgang. Die Erzieherinnen hätten noch einen Blick in den Bus geworfen, das Kind wegen der hohen Rückenlehnen aber nicht gesehen. Anschließend sei die Gruppe durchgezählt worden. "Dabei ist der Fehler nach Angaben der Erzieherinnen passiert", sagte Goethe der Berliner Morgenpost. Angeblich zählten sie ein fremdes Kind mit. Der Junge komme erst noch in die Vorschulgruppe, er durfte wie drei andere Kinder aber schon beim Ferienprogramm der Vorschüler mitmachen. "Damit war er den Erziehern noch nicht vertraut", so Astrid Goethe. Der Busfahrer war wenig später auf den weinenden Jungen aufmerksam geworden und informierte die Bundespolizei am Bahnhof. Brandenburger Kollegen brachten ihn danach in seine Kita. Die Kita will nun neue Regeln fürs Durchzählen bei Ausflügen festlegen. Laut Goethe machen sich die Erzieherinnen schwere Vorwürfe. Die Mutter habe signalisiert, sie wolle den Kleinen nicht aus der Kita nehmen.