Potsdam

Fünfjähriger bei Kita-Ausflug im Bus vergessen - Polizei ermittelt

Ein fünfjähriger Junge ist in Potsdam bei einem Ausflug mit seiner Kita-Gruppe im Linienbus vergessen worden.

- Die Gruppe hatte am Dienstag einen Ausflug in den Park Sanssouci unternommen, auf dem Rückweg in die Kita stiegen die vier Erzieherinnen und die anderen 32 Kinder an der Haltstelle Alter Markt vom Bus in die Straßenbahn um. Der Kleine blieb allein im Bus zurück. Der Busfahrer wurde gegen 12:30 Uhr vor der Haltestelle Hauptbahnhof auf den Jungen aufmerksam. Er weinte laut. Der Fahrer alarmierte daraufhin die Polizei. Der Fünfjährige sagte seinen Namen, konnte sich aber nicht an die Bezeichnung seiner Kita erinnern. Erst das Jugendamt lieferte den entscheidenden Tipp: es handelte sich um die Kita "Märchenwald" in Potsdam-Drewitz unter Trägerschaft des "Internationalen Bundes". Die Bundespolizisten schalteten Kollegen der Brandenburger Polizei ein. Sie lieferten den Jungen in der Kita ab. Gegen die Betreuer wird nun wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt.

Der Sprecher der Stadtverwaltung, Jan Brunzlow, sagte: "Wir haben den freien Träger bis Donnerstag zu einer Stellungnahme aufgefordert, wie es dazu kommen konnte." Danach werde entschieden, welche Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen werden. "So etwas darf nicht passieren." Die Geschäftsführerin des "Internationalen Bundes", Astrid Goethe, erklärte den Vorfall damit, dass die Erzieherinnen sich verzählt hätten. "Wir prüfen jetzt personalrechtliche Konsequenzen", sagte sie der Morgenpost. Die Erzieherinnen hätten jedoch der Darstellung der Polizei widersprochen, wonach das Verschwinden des Kindes anderthalb Stunden nicht aufgefallen war. "Als die Gruppe nach einer halben Stunde Straßenbahn- und Fußweg zur Kita zurückkehrte, erfuhren die Erzieher, dass die Polizei angerufen hat und der Junge im Bus entdeckt worden war."