Familienpolitik

Alleinerziehende fordern längere Kita-Öffnungszeiten

Die Kindertagesstätten in Brandenburg haben nach Ansicht des Landesverbandes der Selbsthilfegruppen Alleinerziehender (SHIA) zu unflexible Öffnungszeiten.

- "Die Kita-Zeiten entsprechen schon lange nicht mehr den Arbeitszeiten der Eltern", sagte Geschäftsführerin Birgit Uhlworm in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Im Handel beispielsweise, wo viele alleinerziehende Mütter tätig seien, sei ein Arbeitstag bis 20 Uhr heute die Regel. Hinzu kämen die auf dem Land nicht unüblichen langen Arbeitswege. Um beruflich stark eingespannten Eltern zu helfen, müssten die Horte auch in den Randzeiten des Tages geöffnet bleiben. "Das Land will familienfreundlich sein und steht beim Ausbau der Krippenplätze ja auch ganz gut da. Aber es fehlt an flexibler Kinderbetreuung", kritisierte die 52-Jährige.

Nach Angaben des Verbands leben in Brandenburg rund 59.000 Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Auf ihnen lastet oft ein besonders großer wirtschaftlicher Druck, weil die zweite Einkommensquelle eines Partners fehlt. Als Beispiel moderner Familienpolitik hob Uhlworm den Landkreis Dahme-Spreewald hervor. "Eine Leitlinie gibt dort vor, dass es auch in den Randzeiten und am Wochenende Angebote zur Kinderbetreuung geben muss."