Razzia

Waffendepot bei Cottbuser Hells Angels ausgehoben

Bei einer Razzia gegen die Hells Angels in Cottbus ist die Polizei am Mittwoch auf ein Waffendepot gestoßen.

- Es war auf einem Laubengrundstück in der Erde vergraben, teilten die Ermittler mit. In der Metallkiste befanden sich zwei Pumpguns und eine abgesägte doppelläufige Schrotflinte sowie drei Pistolen und dazugehörige Munition. Zudem fanden die Beamten mehrere Handbeile und eine Präzisionsschleuder.

Die Waffen wurden sichergestellt und der 28-jährige Nutzer der Laube vorläufig festgenommen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des illegalen Waffenbesitzes ermittelt. Die Polizei hatte mehrere Wohn- und Geschäftsräume der Rocker in Brandenburg und Sachsen durchsucht. Insgesamt waren 18 Objekte betroffen, davon 17 im Raum Cottbus und eines in Sachsen, wie das Landespolizeipräsidium in Potsdam mitteilte. Die Aktion richtete sich gegen den Club der Hells Angels in Cottbus. Zu dessen fünfjährigem Bestehen werden an diesem Wochenende Rocker aus ganz Deutschland erwartet. "Das wissen auch rivalisierende Gruppen", sagte ein Polizeisprecher. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Clubs wie Bandidos oder Gremium das Treffen für einen Anschlag nutzen wollten.

Insbesondere die Eskalation in der Rockerszene in Berlin hat die brandenburgische Polizei alarmiert. Seit geraumer Zeit warnt sie vor zunehmender Gewalt in der Rockerszene. Mehrfach hat es in den vergangenen Wochen Razzien bei Clubs in Berlin und Brandenburg gegeben. Einige Gruppen haben sich unterdessen selbst aufgelöst. Bislang blieb jedoch unklar, ob dies womöglich eine Taktik ist, um Vereinsvermögen zu retten und Nachfolgeorganisationen zu gründen.

Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat das sichergestellte Waffendepot als deutlichen Beleg für die gefährliche Gewaltbereitschaft krimineller Rocker gewertet. "Wer abgesägte Schrotflinten oder Revolver samt Munition im Versteck bereit hält, braucht die nicht zur Motorradausfahrt", sagte Woidke in Potsdam. "Die Warnungen vor der hohen Gewaltbereitschaft krimineller Rocker sind in keiner Weise übertrieben. Das hat sich einmal mehr bestätigt", so Woidke. Der polizeiliche Druck gegen die Szene werde weiter hoch gehalten.