Hochwasserschutz

Experte: Sanierung der Deiche dauert noch viele Jahre

Schon 300 Millionen Euro in Erneuerung investiert

- Brandenburg ist nach Einschätzung des Landesumweltamtes für kommende Hochwasser an Oder und Elbe gerüstet. "Das Land hat noch nie so gute Deiche gehabt wie heute", sagte Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes. Zugleich schränkte er ein: "Das heißt nicht, dass schon alles in einem wünschenswerten Zustand wäre. Das ist bei insgesamt 1500 Kilometer Deich auch gar nicht möglich. Deichbau war und bleibt eine Generationenaufgabe."

Im Sommer vor 15 Jahren hatte die Oder dem Land eine Jahrhundertflut beschert. Fünf Jahre später trat die Elbe über die Ufer und richtete ebenfalls Schäden in Millionenhöhe an. Bisher seien landesweit rund 250 Kilometer Deiche saniert, vor allem an Elbe und Oder, berichtete Freude. "Sie sind auf dem neuesten Stand der Technik." Seit 1997 wurden ihm zufolge rund 300 Millionen Euro verbaut. Freude spricht von einem Grundprinzip: Erst die Deiche von Oder und Elbe instand setzen - damit wären die meisten Menschenleben geschützt -, dann die der kleineren Flüsse. Freude zeigte sich erleichtert darüber, dass alle Deiche am Oderbruch - es liegt tiefer als der Fluss - erneuert sind. Landesweit seien noch mehr als 1000 Kilometer Deiche zu überarbeiten. An der Oder würden alle Maßnahmen mit Polen abgestimmt. Für das häufige Hochwasser - drei "Jahrhundertfluten" in nur 15 Jahren an Oder, Elbe und Schwarzer Elster - sieht der Präsident einen Grund: "Da fällt mir nur der Klimawandel ein." Durch die steigende Lufttemperatur transportierten die Wolken mehr Wasser, was zu extremen Niederschlägen führen könne. Derzeit jedoch ist bei dem wechselhaften Wetter kein Hochwasser in Brandenburg zu befürchten.