Finanzierung

Millionenspende für Wiederaufbau der Garnisonkirche

Mit genau einer Million Euro unterstützt ein Großspender die Stiftung Garnisonkirche Potsdam, die sich für den Wiederaufbau des barocken Turms der Kirche bis 2017 einsetzt.

- Der Mäzen möchte öffentlich ungenannt bleiben; es soll sich jedoch um jemanden aus dem Umfeld der Familie Siemens handeln. "Die Spende gibt uns Rückenwind und motiviert alle, die sich für den Wiederaufbau einsetzen", sagte der Theologische Stiftungsvorstand Martin Vogel der Berliner Morgenpost: "Die Garnisonkirche fehlt im Stadtbild wie die Nase im Gesicht. Dank der Spende wächst die Hoffnung auf Heilung dieser Wunde, auch wenn es sicher noch einiger Zeit bedarf."

Das Geld fließt der von der Evangelischen Kirche sowie prominenten Potsdamern und Berlinern wie Richard von Weizsäcker und Matthias Platzeck unterstützten Stiftung zu. Mit der Millionenspende sei jetzt die Finanzierung des Bauantrages gesichert, der noch in diesem Jahr eingereicht werden soll; für einen Baubeginn 2013 aber reicht das Geld noch nicht. Geplant ist, zunächst bis zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 den Turm der einstigen Militärkirche äußerlich zu rekonstruieren, der Potsdams Innenstadt zwei Jahrhunderte lang geprägt hat.

Die im April 1945 von Bomben schwer getroffene Kirche war auf Weisung der SED 1968 gesprengt worden, obwohl sie wiederaufbaufähig war. Der Turm als erster Bauabschnitt soll etwa 40 Millionen Euro kosten, die nach Angaben von Verwaltungsvorstand Peter Leinemann "überwiegend" von privaten Spendern aufgebracht werden sollen. In einem weiteren Schritt sei dann ein Wiederaufbau des Kirchenschiffes angedacht.

Allerdings gibt es auch Kritik an den Plänen der Stiftung. Bereits mehr als sechs Millionen Euro Spenden hatte die inzwischen aufgelöste Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel gesammelt. Ehemalige Mitglieder bestehen jedoch auf einer vollständigen Rekonstruktion der Kirche. Die Stiftung will dagegen im Sockelgeschoss des Turmes eine modern gestaltete Kapelle einbauen. Im Original befanden sich dort außer Gängen nur Ziegelsteine. Erst durch heutige Baustoffe ist genügend Stabilität trotz eines neuen Innenraums gewährleistet.