Baubetrieb

Wieder mehr Bauarbeiter am Flughafen BER

Aufsichtsrat tagte in diesem Jahr bislang nur einmal

- Am heutigen Montag soll am Flughafen BER der Baubetrieb wieder in seiner normalen Geschwindigkeit ablaufen. Dies war in den vergangenen Wochen nämlich nicht der Fall. Die Firmen hatten sowohl die Zahl der Mitarbeiter als auch den Schichtbetrieb reduziert. In den Plänen gab es zu viele Unstimmigkeiten als dass es nach Absage des geplanten Eröffnungstermins Sinn gemacht hätte, unter Hochdruck weiter zu arbeiten. Doch nun soll der Flughafen aus seiner Schockstarre erwachen. Bis zum Wochenende hatten die Verantwortlichen Zeit, die Daten zu prüfen und die Pläne anzupassen. Das Ergebnis wird für heute erwartet.

Erst dann lässt sich ansatzweise einschätzen, ob der 17. März 2013 als neuer Starttermin realistisch ist. Schon jetzt ist klar, dass dieses Datum zu einem großen Teil den Wünschen der Politik geschuldet ist. Denn der Zeitplan bis dahin ist äußerst knapp. Ob die Zweifel berechtigt sind, wird sich zeigen, wenn die neuen Baupläne vorliegen. Für die Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag ist dies eine der entscheidenden Fragen. Der Aufsichtrat hat, wie am Wochenende bekannt wurde, in diesem Jahr bislang nur einmal getagt - am 20. April.

Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus wollen daher erneut Einsicht in die Akten der Flughafengesellschaft nehmen. Sie bezweifeln, dass Flughafen und Aufsichtsrat den Überblick über den tatsächlichen Schaden am Standort Schönefeld haben. Der Flughafen selbst trägt wenig dazu bei, diese Annahme zu zerstreuen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg entschied am Freitag, dass der Lärmschutz so wie im bestehenden Planfeststellungsbeschluss umzusetzen sei. Das bedeutet Mehrkosten von bis zu 300 Millionen Euro. Doch der Flughafen hält weiterhin an seinem Antrag auf eine Änderung des bestehenden Beschlusses fest. Die Geschäftsführung hofft, dass sie so weniger Lärmschutz durchsetzen kann als derzeit vorgeschrieben. Das Verfahren wird sich bis zum kommenden Sommer hinziehen. Was aber bis dahin passiert, ist unklar. Denn eigentlich hat der Flughafen gar keine andere Wahl, als jetzt den Schallschutz nach den geltenden Regeln umzusetzen. Dafür muss das Ministerium laut Gerichtsbeschluss Sorge tragen. Bei der Sitzung des Aufsichtsrats soll auch der Nachfolger des entlassenen technischen Geschäftsführers, Manfred Körtgen, bestimmt werden. Nach bisherigem Stand dürfte der Chefplaner der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport, Horst Amann, diesen Posten übernehmen.

Bericht wird ausgewertet

Die Parlamentarier haben begonnen, den Controllingbericht der Flughafengesellschaft auszuwerten. Dabei zeichnet sich deutlich ab, dass beim Verfassen des Berichts am 20. März neben dem Brandschutz weitere Risiken für die im Juni geplante BER-Eröffnung bestanden. So befand sich unter anderem der Ausbau des Terminals "auf dem kritischen Weg." Diese Aussage galt laut Bericht für das gesamte Projekt. Dieses bedürfe daher "einer sehr engen Steuerung unter Beteiligung aller Fachverantwortlichen."