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SAP-Gründer Plattner will Kunsthalle nun am Jungfernsee bauen

Der Traum von einer modernen Kunsthalle inmitten der Potsdamer Innenstadt scheint geplatzt zu sein.

- Software-Milliardär Hasso Plattner kündigte am Mittwoch überraschend an, das Museum nicht wie geplant auf dem Gelände des 17-stöckigen Mercure Hotels im Lustgarten, sondern am Jungfernsee nordöstlich der Altstadt bauen zu wollen.

Der SAP-Mitbegründer begründete dies damit, dass einige Potsdamer es ablehnen, für die Kunsthalle das Hochhaus abzureißen. Dieses werde von vielen als zentrale Architekturleistung der DDR angesehen. "Ich will den Potsdamern nichts wegnehmen", sagte er. Zwar sei das Projekt von den meisten positiv aufgenommen worden. Von manchen werde es aber als zu elitär angesehen, sagte Plattner. Es habe auch Angriffe gegen seine Person - etwa in Internet-Blogs - gegeben. Er wolle nicht als "reicher Pinkel" auftreten.

Neben den Widerständen in der Bevölkerung habe es auch Probleme mit der Weißen Flotte gegeben, fügte der Milliardär hinzu. Die Reederei habe an ihrem Sitz am Lustgarten eine Halle und ein Restaurant beantragt. Die Pläne habe das Unternehmen nur gegen Kompensationszahlungen aufgeben wollen, sagte Plattner. Auf all diese Probleme hofft Plattner am Jungfernsee - wo SAP derzeit für mehr als 17 Millionen Euro das Innovation Center Potsdam (ICP) baut - nicht zu treffen. Schließlich gehört das Grundstück ihm. "Dort kann ich hoffentlich in Ruhe bauen", sagte er. Einen Bauantrag habe er gestellt, bislang existierten lediglich Zeichnungen. Der Standort am Campus Jungfernsee sei zwar nicht annähernd so "herausragend" wie der Lustgarten, aber ebenfalls gut geeignet für den Bau einer Kunsthalle, sagte Plattner. Eine Anbindung per Straßenbahn und Schiff sei möglich und eine moderne Architektur gut vorstellbar.