Lausitz

Wichtiger Planungsschritt für Kupferbergwerk

Mehr als eine Milliarde Euro werden investiert

- Die mehrjährigen Planungen für ein Lausitzer Kupferbergwerk haben eine wichtige Stufe erreicht. Derzeit werde die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens vorbereitet, sagte der Geschäftsführer der Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL), Thomas Lautsch. "Das ist ein Meilenstein im Genehmigungsverfahren", sagte er am Firmensitz in Spremberg (Spree-Neiße). An dem Verfahren, das im Spätsommer beginnen soll, beteiligen sich Behörden, Kommunen, Unternehmen und andere Träger öffentlicher Belange. Dabei wird geprüft, ob das Kupferprojekt mit den Landesplanungen übereinstimmt. Dazu gehören technische Aspekte sowie der Umwelt- und Artenschutz.

Die Unterlagen sollen am 6. Juni bei einer Antragskonferenz der Gemeinsamen Landesplanung in Cottbus vorgelegt werden, so Lautsch. Am 11. Juni sei eine Bürger-Information in Spremberg vorgesehen. Das Raumordnungsverfahren werde etwa im Herbst 2013 mit einer landesplanerischen Empfehlung abgeschlossen. Danach folge das Planfeststellungsverfahren, in dem das Brandenburger Landesbergamt eine Entscheidung zum Bau eines Kupferbergwerkes im Industriegebiet Spremberg-Ost trifft. "Dieses Verfahren ist das scharfe Schwert", sagte Lautsch. Denn gegen den dann folgenden Rahmenbetriebsplan seien Klagen möglich. Es gebe auch andere Risiken, so der schwankende Kupferpreis und die Weltwirtschaftslage.

In der schon zu DDR-Zeiten weitgehend erkundeten Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen rechnen die Planer mit etwa 130 Millionen Tonnen Kupfererz. "Aus dem Erz können etwa 1,9 Millionen Tonnen reines Kupfer bei der Verhüttung gewonnen werden", sagte Lautsch. Auch andere Mineralien wie Nickel, Silber und Gold sind in geringen Mengen im Erz in einer Tiefe von etwa 1000 Metern vorhanden.

"Der Bau des Kupferbergwerkes könnte mit der Vorlage einer Machbarkeitsstudie etwa 2014 beginnen", bemerkte Lautsch. Der Bergwerksexperte schätzt die Investitionskosten auf mehr als eine Milliarde Euro. Das erste Kupfer könnte um 2020 aus dem Schacht geholt werden. Während der etwa 30-jährigen Förderung wolle KSL - eine Tochterfirma der internationalen Bergbauholding Minera S.A. - etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigen.

Sperrung von Bergbaukippen

Unterdessen wurde bekannt, dass im Lausitzer Braunkohlerevier derzeit Abraumhalden auf einer Fläche von rund 20.000 Hektar gesperrt sind. Rund 8600 Hektar davon können erst seit 2009/2010 wegen Rutschungsgefahr nicht mehr genutzt werden. Dafür haben Landwirte, Waldbesitzer und Gewerbetreibende Entschädigung von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gefordert und zum Teil auch bekommen. Das geht aus einer Antwort von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

Bis Ende 2011 seien rund 266.000 Euro Entschädigungen ausgezahlt worden. Derzeit lägen noch 34 Anträge vor. Bei der LMBV gibt es den Angaben zufolge zudem Überlegungen zum Rückkauf und Tausch von Sanierungsflächen. An zahlreichen Stellen im alten Braunkohlerevier warnen Schilder vor dem Betreten von Kippen und Böschungen.

Nach den jüngsten Absackungen von Kippenflächen wurden im Revier, das sich auch im Osten Sachsens erstreckt, knapp 17.000 Hektar vorsorglich gesperrt. Bereits im Januar 2009 war eine Fläche im früheren Tagebau Seese/Schlabendorf bei Lübbenau ins Rutschen geraten.