Anschlag vereitelt

Polizei sucht nach Spuren auf Bekennerschreiben

EU verurteilt Anschlag auf Haus und Auto von Dagmar Roth-Behrendt und ihren Mann

- Nach dem Potsdamer Brandanschlag auf das Auto der SPD-Europapolitikerin Dagmar Roth-Behrendt werten Experten das Bekennerschreiben aus. Es werde auf Spuren untersucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch. "Wir stehen ganz am Anfang der Ermittlungen." Geklärt werden müsse, wer sich hinter der Gruppe, die sich zu dem Anschlag bekennt, stecke. Roth-Behrendts Mann, Horst Reichenbach, ist Leiter der "Task Force Griechenland" der EU. Die Task Force soll Griechenland bei dem Aufbau einer funktionierenden Verwaltung helfen. Roth-Behrendt war auch am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die EU-Kommission verurteilte am selben Tag den Brandanschlag. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Vermutlich politisch motivierte Brandstifter hatten in Potsdam das Auto vor dem Haus des Paares unweit des Groß Glienicker Sees angezündet. Das am Dienstag aufgetauchte Bekennerschreiben ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit den Worten "Die FreundInnen von Loukanikos" unterzeichnet. Loukanikos ist ein Hund, der bei Demonstrationen in Athen gegen den harten Sparkurs berühmt geworden war. Ob das Schreiben echt ist, ist den Angaben zufolge weiterhin unklar.

"Grundsätzlich verurteilen wir diesen Angriff auf einen Beschäftigten der Kommission", sagte ein Sprecher der Behörde in Brüssel. "Aber wir werden nicht über die Motive des Angriffs spekulieren, die noch unklar sind."

Zeugen hatten das brennende Auto beobachtet. Ein weiteres Fahrzeug stand daneben und wurde beschädigt. Die Unbekannten warfen auch rote Farbe gegen das Haus der Politiker.

In Medienberichten war darüber spekuliert worden, ob statt Griechenland auch der "Uferstreit" in der brandenburgischen Landeshauptstadt Hintergrund der Taten sein könnte. Dagmar Roth-Behrendt hatte in der Vergangenheit eine prominente Rolle in dem Konflikt gespielt. Dass es um den sogenannten Uferstreit gehen könnte, lege allerdings der Ermittlungsstand derzeit nicht nahe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.