Gewalt

Vierjähriges Mädchen in Erkner getötet

Die Polizei nimmt die Mutter des Kindes vorläufig fest. Staatsanwalt ermittelt wegen Verdachts auf Totschlag

- Polizisten haben am Sonnabend in Erkner (Oder-Spree) einen grausigen Fund gemacht. In einer Wohnung an der Ahornallee fanden sie die Leiche eines vierjährigen Mädchens. Nach ersten Erkenntnissen soll es getötet worden sein. Die 20 Jahre alte Mutter wurde nach Informationen der Berliner Morgenpost vorläufig festgenommen. Die Hintergründe der Tat sind aber noch völlig offen.

Die Polizei teilte am Sonntag mit, dass gegen Mittag "aufgrund von Hinweisen", die Beamten die Wohnung an der Ahornallee überprüften. Wie bereits berichtet, fanden sie dort das tote Kind. Eine Mordkommission habe die Ermittlungen aufgenommen. Weitere Details wollte die Polizei nicht mitteilen. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, soll sich die 20-Jährige am Sonnabend an ihre Mutter gewandt und von einem Zwischenfall in ihrer Wohnung berichtet haben. Die Mutter wiederum rief daraufhin die Polizei. Als die Beamten an der Wohnungstür klingelten, sollen sie die 20-Jährige angetroffen haben. Die Vierjährige, die sie in der kleinen Wohnung fanden, war da bereits tot.

Leiche wurde obduziert

Das Kind wurde bereits obduziert. Die Ergebnisse sollen den Verdacht bestätigt haben, dass das Kind getötet wurde. Die Ermittlungen sollen sich gegen die Mutter richten. Die 20-Jährige, die unter psychischen Problemen leiden soll, wurde bereits festgenommen und befindet sich derzeit in Obhut der Behörden. Offenbar haben die Ermittler den Verdacht, dass sie etwas mit dem Tod des Kindes zu tun haben könnte. Am Sonntag prüften die Beamten noch, ob die Beweise für einen Haftbefehl ausreichten. Bis Redaktionsschluss war eine Entscheidung noch nicht gefallen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/O. hat bereits Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags eingeleitet. "Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir jedoch keine weiteren Einzelheiten nennen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch wie das Kind gestorben ist, sagte der Sprecher nicht. Angaben der "Bild"-Zeitung, das Kind sei mit einem Kissen erstickt worden, wollte er nicht bestätigen. Das gilt auch für Hinweise, wonach die Mutter drogenabhängig gewesen sein soll. Die Zeitung berichtet auch, die Mutter habe sich umbringen wollen - Umstände in der Wohnung hätten darauf hingedeutet.

Die Nachbarn der Familie zeigten sich schockiert. Die Mutter sei erst im Dezember in den ersten Stock des Mehrfamilienhauses gezogen. Zwar habe man sich ab und zu gesehen, gut gekannt habe man sich jedoch nicht, berichteten Anwohner.

Fälle von Kindstötungen, insbesondere von Babys und Kleinkindern, haben in der jüngsten Vergangenheit immer wieder für Entsetzen gesorgt. Vor zwei Wochen hatte ein Spaziergänger in Ostsachsen nahe der Grenze zu Brandenburg eine in Stofftücher gewickelte Babyleiche im Elsterheider Ortsteil Nardt gefunden. Nun hat die Polizei die Mutter ausfindig gemacht. Gegen die 21-Jährige aus dem Raum Hoyerswerda wird wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt. Nach Angaben der Polizei seien auch andere Szenarien wie ein medizinisches Problem oder ein Unglücksfall möglich, so ein Sprecher am Sonntag. Noch liefen die Ermittlungen.

Im Februar dieses Jahres war in Hohen Neuendorf nördlich von Berlin ein totes Baby in einem Garten gefunden worden. Die 28 Jahre alte Mutter Susanne G., die zwei weitere Kinder hat, räumte ein, das Baby entbunden und anschließend in einer Plastiktüte auf dem Grundstück ihrer Eltern versteckt zu haben. Die Tat wurde nur durch einen Zufall bekannt. Denn Susanne G. wurde kurz nach der Tat wegen starker Unterleibsschmerzen in eine Klinik eingeliefert. Bei der Untersuchung stellte ein Arzt fest, dass Susanne G. erst vor kurzem entbunden haben musste. Die 28-Jährige leugnete dies jedoch. Das Krankenhaus alarmierte daraufhin die Polizei. Gegenüber den Beamten gestand sie, ein Mädchen geboren und das Baby anschließend in eine Plastiktüte gesteckt zu haben. Wenig später wurde der Leichnam entdeckt.

Dagegen wird auch vier Monate nach dem Fund eines toten Säuglings in Potsdam noch immer nach der Mutter gesucht. Die Babyleiche war einen Tag vor Heiligabend 2011 in einem blutverschmierten Handtuch in der Nähe von Bahngleisen entdeckt worden. Speicheltests bei mehreren Frauen blieben erfolglos.