Ravensbrück

Gedenken an das Leid der KZ-Häftlinge

Zeitzeugen zum Jahrestag aus ganz Europa angereist

- Hunderte Menschen haben zum 67. Jahrestag der Befreiung in Brandenburg der Opfer in den Konzentrationslagern der Nazis gedacht. Mit Kranzniederlegungen, Konzerten und Gebeten erinnerten sie an mehreren Orten an die Qualen und das Leid Hunderttausender Häftlinge aus vielen Nationen und die Zehntausenden Toten. Die zentralen Veranstaltungen waren am Sonntag in den Mahn- und Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück (beide Oberhavel). Aus einigen Ländern Europas reisten nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten überlebende KZ-Gefangene an, darunter aus Polen, Israel und Frankreich.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen dankte Finanzminister Helmuth Markov (Linke) mit bewegenden Worten den 20 angereisten Zeitzeugen und ihren Angehörigen, dass sie noch in hohem Alter über das Erlebte selbst erzählen. "Zugleich ist die Gedenkstätte auch ein modernes zeithistorisches Museum", sagte er. Erst am Freitag seien hier neu gestaltete Freiflächen der Öffentlichkeit übergeben worden. Gedenkstätten wie Sachsenhausen und Ravensbrück "verstehen sich ausdrücklich als europäische Orte und europäische Friedhöfe", betonte Markov vor den etwa 400 Teilnehmern.

Der ehemalige KZ-Häftling Bernt H. Lund, Mitglied des Präsidiums des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, dankte der Gedenkstätten-Stiftung und ihrem Vorsitzenden Günter Morsch für die bisherige Arbeit. "Für uns ist das Konzentrationslager Sachsenhausen ein Symbol des Kampfes für Freiheit, Menschenrechte, Antirassismus und Demokratie", sagte Lund. Er fügte hinzu: "Wir waren stolz darauf, was wir als Widerstandskämpfer gegen die Nazis ausgeführt hatten. Wir wussten, dass wir eines Tages siegen würden!"

Rund 400 Menschen erinnerten an die Opfer im Konzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg/Havel (Oberhavel). Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) würdigte diejenigen, die damals in dem Lager von den Nationalsozialisten und ihren Helfern gequält, gefoltert und ermordet wurden. Er verwies darauf, dass sich in Ravensbrück heute Erinnerungs-, Forschungs- und historische Bildungsarbeit verbinden. Baaske sprach ebenso wie Markov für die Landesregierung anstelle der erkrankten Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). In der Gedenkstätte wurden auch Tafeln für inhaftierte Homosexuelle und Zeugen Jehovas enthüllt. Die Nazis hielten in ihrem größten Frauen-KZ in Ravensbrück von 1939 bis 1945 rund 152 000 Frauen, Kinder und auch Männer aus 40 Nationen gefangen.