Lebensmittelwarnung

10.800 Dioxin-Eier auch in Brandenburg im Handel

Der bundesweite Skandal um mit den Giftstoffen Dioxin und PCB belastete Eier hat Brandenburg erreicht.

- Aus einem niedersächsischen Legehennenbetrieb seien 10.800 belastete Hühnereier über einen nordrhein-westfälischen Großhändler an ein Vermarktungsunternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald geliefert worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Montag in Potsdam mit. Bei einem möglichen Verzehr bestehe aber keine direkte Gefährdung der Gesundheit.

Die Bio-Eier seien in den Handel gelangt und verkauft worden, sagte eine MiSprecherin des Verbraucherschutzministeriums auf Anfrage. "Davon müssen wir ausgehen." Betroffen seien Eier mit der Stempelnummer 0-DE-0357661 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 17. April. Sie seien mit Dioxinen und dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenylen (PCB) oberhalb des zulässigen Höchstwerts belastet und stammten aus einem Produktionsbetrieb aus dem Landkreis Aurich.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Legehennenbetriebe in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wegen des Fundes von belasteten Eiern gesperrt worden. Das brandenburgische Unternehmen informierte den Angaben des Ministeriums zufolge die belieferten Handelsketten. Eine Rückrufaktion sei aber nicht mehr möglich gewesen, weil die Eier nicht mehr vorrätig gewesen seien.

Eine weitere Charge von 10.800 Eiern aus dem niedersächsischen Betrieb war in Baden-Württemberg aufgetaucht. Dort seien die belasteten Eier umgehend aus den Regalen geräumt worden, teilte eine Ministeriumssprecherin mit.

Dioxine sind Nebenprodukte, die bei Verbrennungsprozessen entstehen können, PCB wurden bis in die 1980er-Jahre als technische Chemikalie produziert und unter anderem als Weichmacher in Kunststoffen verwendet. Beide Gruppen gelangen vor allem über die Nahrung in den menschlichen Körper. Bei hohen Konzentrationen kann es etwa zu Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen kommen, langfristig kann Krebs verursacht werden.

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