Verkehr

Auf südlichem Autobahnring gibt es die meisten Unfälle

Tausende fahren jetzt in den Osterurlaub. Experten zeigen, wo es rund um Berlin besonders gefährlich ist

- Auch wenn die Wettervorhersagen für die nächsten Tage nicht viel Gutes verheißen, so werden an diesem Oster-Wochenende dennoch wieder Hunderttausende ins Umland aufbrechen, um dort Entspannung und Erholung zu finden. Wer allerdings das Auto als Reisemittel wählt, sollte fit und ausgeruht sein. Denn Brandenburgs Straßen gehören noch immer zu den gefährlichsten in ganz Deutschland. Insgesamt haben sich dort im Vorjahr 80.444 Verkehrsunfälle ereignet. 187 Tote und mehr als 10.000 Verletzte waren laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat dabei zu beklagen. Trotz eines Rückgangs bei der Gesamtzahl der Opfer liegt Bandenburg mit einer Quote von 75 Verkehrstoten je einer Million Einwohner hinter Mecklenburg-Vorpommern (87) und Sachsen-Anhalt (78) noch immer auf dem unrühmlichen dritten Platz der deutschlandweiten Risiko-Liste. Der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2011 bei 49 Getöteten je eine Million Einwohner.

Und gerade zu den Feiertagen - so die Erfahrung von Polizei und Rettungsdiensten - kommt es besonders häufig zu Verkehrsunfällen. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) appellierte daher eindringlich an alle Autofahrer, jetzt besonders vorsichtig und aufmerksam zu fahren. "Wer über Ostern mit dem Auto verreisen will, sollte möglichst nicht dann fahren, wenn alle fahren. Es sollte genug Zeit eingeplant, riskante Überholmanöver und überhöhte Geschwindigkeit sollten vermieden werden. Außerdem sollte auf genügend Abstand zum Vordermann geachtet werden", forderte Vogelsänger. Die Analyse der Verkehrsunfälle habe gezeigt, dass mit dichtem Verkehr die Unfallgefahr wachse.

Besonders dicht ist der Verkehr in diesen Tagen auf der Bundesautobahn 10, die auf 196 Kilometer Länge die Bundeshauptstadt wie ein Ring umschließt und über die Ausflugsziele in allen Himmelsrichtungen angesteuert werden können. Auf dem Ring haben sich nach Angaben des brandenburgischen Polizeipräsidiums im Vorjahr 1877 Verkehrsunfälle ereignet. Bei gut jedem zehnten Unfall kamen Menschen zu Schaden. Insgesamt neun Tote und 287 Verletzten waren 2011 auf dem Berliner Ring zu beklagen.

Als besonders unfallträchtig erwies sich das Autobahnkreuz Schönefeld, das die A10 mit der A13 (Berlin-Dresden) und die zum Flughafen und in die Innenstadt führende A113 verbindet. Weitere Unfallschwerpunkte sind die Autobahn-Dreiecke Nuthetal im Südwesten und Schwanebeck im Nordosten (siehe Grafik). Bezogen auf die einzelnen Teile des Berliner Rings, liegt der besonders stark befahrene südliche Bereich zwischen den Autobahn-Dreiecken Spreeau und Werder in der Unfallstatistik vorn (875 Unfälle auf 67,3 Kilometern Länge). Es folgen mit 353 Unfällen der östliche und mit 328 Kollisionen der nördliche Berliner Ring. Die wenigsten Unfälle gab es mit 314 auf dem westlichen Berliner Ring zwischen den Autobahn-Dreiecken Werder und Havelland.

Die Polizei-Statistik belegt aber auch: Die Gefahr, Opfer eines Unfalls zu werden, ist auf dem Berliner Ring vergleichsweise gering. Im Vorjahr haben sich dort lediglich 2,3 Prozent aller Verkehrsunfälle in der Mark und nur ein Drittel aller Unfälle auf brandenburgischen Autobahnen ereignet. Insgesamt registrierte die Polizei auf den Autobahnen 5907 Unfälle, fast 1400 weniger als noch im Jahr zuvor.

In den kommenden Jahren will Brandenburg das Autobahn-Netz weiter ausbauen und damit auch sicherer machen. Mit dem Umbau des Autobahn-Dreiecks Schwanebeck ist bereits im Vorjahr begonnen worden, Ende nächsten Jahres soll das neue Autobahnkreuz Barnim fertig sein. Im September 2012 beginnt dann die Entschärfung eines weiteren Unfallschwerpunkts: Das Autobahn-Dreieck Havelland wird bis Ende 2014 komplett modernisiert und danach über drei Fahrspuren pro Richtung verfügen. Vorgesehen ist auch der Ausbau des Autobahndreiecks Nuthetal, bis zur Landeshauptstadt Potsdam sollen bald vier Spuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen.