Galopp-Saison

Renndebüt für Baisse und Rila

In Hoppegarten startet die Galopp-Saison. Das Hauptrennen ist mit 22.000 Euro dotiert

- Ganz leicht bewegen sich die Baumwipfel, zwei kleine Hunde dösen in der wohligen Wärme. Es riecht nach Heu, nach Frühling.

Plötzlich nähert sich ein halbes Dutzend Reiter der Idylle, und in wenigen Augenblicken geht es zu wie beim Boxenstopp von Sebastian Vettel. Die Pferde werden blitzschnell von Sattel und Satteldecke befreit, andere damit gerüstet, die Reiter sitzen wieder auf - und schon ist der Spuk vorbei.

Alltag auf dem Gelände von Hoppegartens derzeit erfolgreichstem Trainer Roland Dzubasz. Seit Kurzem auch Alltag für die Stuten Baisse und Rila, denn beide werden im Stall des 43-jährigen Berliners auf ihre Hoppegarten-Rennpremiere am Ostersonntag vorbereitet. Der Tag hatte für die zwei Stuten um 6 Uhr mit dem Stehfutter begonnen. "Da gibt es eine kleine Portion Hafer, denn die Pferde müssen ja im Anschluss Leistung zeigen", sagt Yvonne Dzubasz.

Die Ehefrau des Coaches hat reichlich zu tun, denn ihr Mann ist nach einem Trainingssturz mit kompliziertem Trümmerbruch im rechten Fußgelenk mit seinen Krücken nur bedingt einsetzbar. Eine knappe Stunde nach dem "Frühstück" ging es für Rila und Baisse auf die Trainierbahn - eine Runde in scharfem Tempo, drei bis vier Minuten Belastung, Stuten und Hengste getrennt, danach eine knappe halbe Stunde in die Führmaschine (die Pferde gehen im Schritt auf einer weichen, runden Sandbahn), wo der Kreislauf zur Ruhe kommt, die Muskeln aber warm und geschmeidig bleiben. "Auf der Trainierbahn wird schnell geritten, aber nicht im höchsten Tempo. Das sollen die Pferde im Rennen bringen", sagt Yvonne Dzubasz, die sich auf die Debütvorstellungen von Rila und Baisse freut.

Besonders gespannt auf das Abschneiden von Baisse dürfte Gerhard Schöningh sein, denn der Hoppegarten-Besitzer hat seine vierjährige braune Stute aus England nach Berlin verlegt. "Ich freue mich über die Startmöglichkeit. Vielleicht ist die 1600-Meter-Distanz für Baisse ein bisschen zu kurz, aber unter die ersten drei kann sie kommen", sagt der Bahnchef. Damit das Vorhaben gelingt, hat er mit Alexander Pietsch einen Top-Jockey für den Ritt verpflichtet. Der 39-Jährige hat eine besondere Beziehung zur Bahn in Hoppegarten, denn er absolvierte dort nicht nur seinen ersten Ritt (5. August 1990, Alaskasturm), sondern holte sich auch seinen ersten von nunmehr 644 Siegen (19. August, Dalida).

Auch die dreijährige Rila geht in ihr erstes Rennen (1800 Meter) unter einem erfahrenen Jockey. Andrasch Starke bringt es sogar auf 1455 Siege. Der 38-Jährige hat 2011 für den größten Erfolg im deutschen Galoppsport gesorgt, als er mit der Stute Danedream den legendären Prix de l'Arc de Triomphe in Paris gewinnen konnte.

Bis dahin ist es für Rila und Baisse noch ein sehr langer Weg. "Beide sind hoffnungsvolle Stuten, beide genießen es vor oder nach dem Training, auf den Koppeln zu relaxen. Da beide leicht zu erregen, manchmal noch etwas nervös sind, ist dieser Ausgleich wichtig. Im Rennen brauchen beide ein hohes Tempo. Die Distanzen am Sonntag passen nicht optimal, sind ein wenig zu kurz", sagt Yvonne Dzubasz.

Neben Pietsch und Starke ist fast die komplette deutsche Jockey-Elite am ersten von zehn Renntagen des Jahres (Gesamtdotierung knapp 1,2 Millionen Euro) auf Deutschlands größter Rennbahn vertreten. In neun Rennen gehen 91 Pferde in die Startmaschine, darunter 23 aus Hoppegarten und Umgebung.

Im Hauptrennen, dotiert mit 22.000 Euro, schickt Deutschlands erfolgreichster Trainer Peter Schiergen seine Stute Wolkenburg, geritten von Andrasch Starke, als Favoritin auf die Bahn.

Einlass: 12 Uhr, erstes Rennen 14 Uhr, letzter Start: 18.35 Uhr, Stehplatz 10 Euro (ermäßigt 7), Familienticket 14 Euro (zwei Erwachsene in Begleitung mindestens eines Kindes unter 14 Jahren), Haupttribüne: 25 bis 40 Euro.