Bodensanierung

Sauerstoffschächte sollen Brunnen und Grundwasser schützen

In Friedrichshagen bauen die Berliner Wasserbetriebe fast 40 Schächte in den Waldboden, um Sauerstoff einzuleiten und so Schadstoffe im Grundwasser zu beseitigen.

- Die sogenannte biologische Oxydationswand entsteht auf einer Länge von etwa 800 Metern in der Krummendammer Heide. Die Schächte reichen bis zu 50 Meter tief in die Erde. Der Sauerstoff soll dazu führen, dass Schadstoffe, vor allem Ammoniumstickstoff, von Bakterien abgebaut werden.

Die Gifte stammen vom Rieselfeld Münchehofe, wo sie schon im 19. Jahrhundert bis in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem Abwasser versickerten. "Enorme Mengen" seien ins Grundwasser gelangt, sagte der Projektverantwortliche Lutz-Peter Schmolke. Sie dringen seit Jahrzehnten langsam, aber stetig in Richtung Friedrichshagen vor. Jetzt ist eine Fläche von etwa 2,5 Quadratkilometern mit mehr als etwa 10.000 Tonnen kontaminiert. Einige Brunnen des Wasserwerks Friedrichshagen seien deshalb stillgelegt, sagte Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe. Weitere Brunnen seien bedroht. In einem Pilotprojekt, das 2007 startete und etwa 1,6 Millionen Euro kostete, ist die Oxidationswand getestet worden. Sie hat sich als wirksam erwiesen und soll deshalb als Großprojekt realisiert werden. Die Kosten dafür liegen bei 1,8 Millionen Euro. Künftig werden etwa 5700 Kubikmeter Grundwasser täglich durch die Anlage fließen. Die Gefahrensituation von Münchehofe sei eine Ausnahme und habe mit dem Sandboden dort zu tun, sagte Stephan Natz. Andere Rieselfelder seien auf Ton und Mergel angelegt worden. Diese Böden absorbierten Gifte.