Countdown Flughafen: Noch 66 Tage

Jets müssen künftig höher fliegen

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Isabell Jürgens

1800 statt 1200 Meter: Bundesministerium korrigiert Flughöhen für den Airport BER

- Zumindest für zwei Bereiche in der westlichen und der östlichen Einflugschneise gibt es jetzt gute Nachrichten für die Anwohner. Wie der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Jan Mücke, mitteilt, müssen die Flugzeuge etwa 70 bis 50 Kilometer östlich und westlich vom Airport künftig rund 600 Meter höher als ursprünglich geplant fliegen.

Wie der Staatssekretär weiter ausführt, werden die Flugzeuge nun in einer Höhe von etwa 1800 Metern geführt. In den Ursprungsplänen der Deutschen Flugsicherung hätten die Jets dagegen in diesem Bereich bereits auf eine Höhe von 1200 Meter absinken dürfen. Quasi im Tiefflug hätten sie dann von dort aus Schönefeld ansteuern dürfen. Laut Mücke werden die neuen Flughöhen, "die Lärmbetroffenheit in diesen Gegenden merklich reduzieren".

Profitieren werden von der neuen Regelung der Flughöhen im Landeanflug aus Richtung West die Städte Bad Belzig, Brück, Treuenbrietzen und Niemegk im Landkreis Postdam-Mittelmark. Beim Landeanflug aus Richtung Ost werden etwa Neuhardenberg, Gusow, Seelow, Dolgelin, Heinersdorf und Jahnsfelde im Landkreis Märkisch-Oderland höher überfolgen.

Allerdings ist der mit dem Landeanflug verbundene Lärm ohnehin deutlich geringer als der Startlärm. Denn die Maschinen, deren Triebwerke während der Startphase volle Schubleistung bringen müssen, verursachen den meisten Lärm. Die Berliner Fughafengesellschaft gibt den Pegel beim Start in einer Flughöhe von 600 Metern mit durchschnittlich 77 bis 79 Dezibel am Boden an. In 900 Metern kommen unten noch 74 bis 77 Dezibel an, Flieger in 1500 Meter Höhe verursachen 62 bis 74 Dezibel. Bei der Landung verursacht eine Maschine dagegen in 600 Meter Höhe 67 bis 75 Dezibel Lärm am Boden. Die Flughafengesellschaft vergleicht dies mit der Lautstärke einer Fahrradklingel. Nach Angaben des Staatssekretärs hat die Änderung der Flughöhe aber nicht nur Lärmschutzgründe. Es sei auch darum gegangen, den kleinen Privatmaschinen mehr Luftraum zu verschaffen, denn diese fliegen in geringeren Höhen. "Durch die Regelung wird auch eine bessere Durchlässigkeit und Freizügigkeit für die allgemeine Luftfahrt und für den Flugverkehr der dort gelegenen kleineren Flugplätze gewährleistet", so Mücke.

Mit der jetzt vorgenommenen Feinjustierung bei den Einflugschneisen sei aber keine Entscheidung über die umstrittenen Flugrouten verbunden, betont der Staatssekretär. Ende Januar hatte das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) die Flugrouten am Himmel über Berlin und Brandenburg offiziell festgelegt. "Die sind nicht in Beton gegossen", hatte damals Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gesagt und zugleich versprochen, dass der tatsächliche Flugbetrieb ab dem 3. Juni ausgewertet werden soll. Danach seien Änderungen möglich. Nach wie vor gelte das Versprechen des Ministers, mit der Evaluierung der Flugrouten unmittelbar nach der Inbetriebnahme des Flughafens zu beginnen, so Mücke.

Weitere Informationen, Bilder und Videos zum Flughafen BER im Internet unter: morgenpost.de/flughafen