Kriminalität

Ex-Fußballprofi Süleyman Koc wieder auf freiem Fuß

Der Ex-Profi-Fußballer Süleyman Koc hat jetzt in einem Interview mit der "Sport-Bild" über seine Zeit in Untersuchungshaft gesprochen. Der 22-Jährige war vor drei Monaten wegen Raubes verurteilt, am Montag vergangener Woche aber gegen Zahlung einer Kaution von 10.000 Euro aus der JVA Moabit entlassen worden.

Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, muss der Ex-Spieler des Drittligisten SV Babelsberg seine Haftstrafe, die er im offenen Vollzug verbringen könnte, erst demnächst antreten.

"Das letzte Jahr war das schlimmste in meinem Leben", beschreibt Koc gegenüber der Sportzeitschrift seine Zeit im Gefängnis. Er sei mit Mördern und Vergewaltigern eingesperrt gewesen. Zwar sehe er ein, dass er eine Strafe verdient habe, doch "die Verhältnisse waren brutal", so Koc. Der 22-Jährige gehörte zur sogenannten "Machetenbande", die zwischen Februar und April 2011 sieben Geschäfte, Cafés und Spielhallen überfallen hatte. Koc selbst fungierte mehrmals als Fahrer und einmal als Auskundschafter. Die neun Angeklagten gingen bei ihren Überfällen äußerst brutal vor. Einige Opfer wurden geschlagen und getreten, in einem Fall wurde einem Barkeeper mit einem Aschenbecher der Kopf blutig geschlagen. Koc selbst bereut heute seine Taten. Er habe seinem Bruder, der ebenfalls zur Bande gehörte, helfen wollen. Er sollte Kocs Anteil bekommen "Trotzdem war das der größte Fehler in meinem Leben", so Koc.

Schwere Vorwürfe erhebt er gegen seinen ehemaligen Mitspieler beim SV Babelsberg und Mitangeklagten, Guido Kocer. Dieser habe behauptet, zu den Überfällen überredet worden zu sein. "Die Wahrheit ist, dass er gebettelt hat, mitkommen zu dürfen." Das Gericht verurteilte Koc dennoch zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Kocer wurde zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt - auf Bewährung.

( ehre )