Ermittlungen

Hilpert-Prozess: Dritter Banker im Visier

Der Betrugsprozess gegen Hotelier Axel Hilpert zieht weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat einen dritten leitenden Mitarbeiter der Deutschen Kreditbank (DKB) in Berlin im Visier.

"Ich bin gerade dabei, ein Ermittlungsverfahren gegen den Zeugen einzuleiten", sagte Staatsanwalt Ivo Maier am Mittwoch vor dem Landgericht Potsdam. Der Bankkaufmann verweigerte daraufhin die Aussage.

Die DKB war bereits im vergangenen Sommer ins Visier der Ermittler geraten, Teile der Geschäftsräume in Berlin und Potsdam wurden durchsucht. Nach einer internen Beurteilung soll sie in die Machenschaften des Hoteliers eingeweiht gewesen sein. Zunächst konzentrierten sich die Ermittlungen auf einen Sachbearbeiter und dessen Vorgesetzten.

Hilpert muss sich wegen Subventionsbetrugs, Steuerhinterziehung und Untreue verantworten. Der Betreiber des Luxushotels "Resort Schwielowsee" in Werder (Havel) soll die Landesinvestitionsbank ILB getäuscht haben, indem er die Investitionskosten künstlich hochrechnete. 9,2 Millionen Euro Fördermittel soll er so zu Unrecht kassiert haben. Möglicherweise sind Formulierungen im Bescheid missverständlich. Dies hat die bisherige Vernehmung von zwei ILB-Mitarbeitern ergeben. Die Bank wollte Gewinnaufschläge für Firmen von Hilpert vermeiden, die in das Projekt eingebunden waren. Das Projekt Schwielowsee, das erst durch Ausnahmegenehmigung des damaligen Wirtschaftsministers Ulrich Junghanns (CDU) ermöglicht wurde, war umstritten. Bedenken gab es nicht nur im Wirtschaftsministerium und Landesförderausschuss, sondern auch bei der ILB. "Das ganze Haus hat sich sehr schwer getan", sagte der 47-Jährige. Man habe sich gefragt, ob die Region noch ein weiteres Hotel brauche. Entscheidend sei jedoch die Empfehlung des Ministers gewesen, so der ILB-Banker.