Oder

Tauwetter erleichtert Eisbrecherflotte den Einsatz

Nach dem raschen Anstieg von Pegelständen an der Oder hat sich das Wasser am Montag wieder leicht zurückgezogen. In Ratzdorf und Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gilt derzeit die zweitniedrigste Alarmstufe 2.

In der Nacht war zwar am Oder-Pegel Ratzdorf der Richtwert von 520 Zentimetern für die Alarmstufe 3 überschritten worden - weil die Wasserstände aber wieder sanken, sei die zweithöchste Stufe nicht ausgerufen worden, sagte der stellvertretende Leiter des Landesumweltamtes, Bodo Schwiegk.

Neben Oder und Neiße gelte seit mehreren Tagen bereits an der Havel bei Rathenow (Havelland) die niedrigste Hochwasser-Alarmstufe 1. Landesweit sinken die Wasserstände der Flüsse, leichte Anstiege gab es am Montag nur an der Oder in Höhe Eisenhüttenstadt, wie Schwiegk sagte. Eisversetzungen bildeten auf dem Wasser eine Barriere, hinter der sich das Wasser staue. Der Wasserstand bei Eisenhüttenstadt sei wegen des Eises am Montag rund 60 Zentimeter gestiegen, teilte Umweltministerin Anita Tack (Linke) mit.

Bei Ratzdorf fließe das Wasser an den Rändern der Eisschicht gut ab. Weil die Pegelstände auch in Polen wieder fielen, sei von dort nicht mit einem großen Zufluss zu rechnen. "Das gibt uns für die nächsten Tage Hoffnung, dass sich die Situation nicht weiter verschärft", erklärte Tack. Wie sich die Wasserstände entwickeln, sei derzeit aber nicht absehbar. "Vorhersagen für Eiswasser sind sehr kompliziert", ergänzte Schwiegk.

Bei der zweitniedrigsten Hochwasser-Alarmstufe 2 müssen gefährdete Bauwerke und Gewässerabschnitte regelmäßig kontrolliert werden. Wehre und Deiche werden außerdem auf Schäden hin überprüft.

Die deutsch-polnische Eisbrecherflotte erreichte unterdessen das Oderbruch. Das Tauwetter hat am Wochenende die Arbeit der Eisbrecher auf der Oder in Brandenburg erleichtert. Vier Schiffe konnten das festgefrorene Treibeis bis in die Nähe von Güstebieser Loose (Märkisch-Oderland) aufbrechen, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde (Barnim) mit. Sie waren bei Groß Neuendorf im Einsatz. Drei weitere Eisbrecher der deutsch-polnischen Flotte seien mit dem Offenhalten der Fahrrinne auf dem Dammschen See bei Szczecin (Stettin) beschäftigt. Dagegen könne auf dem Oder-Havel-Kanal erst im März mit dem Aufbruch der Eisdecke begonnen werden. Pro Tag arbeiten sich die Eisbrecher nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde 5 bis 15 Kilometer vorwärts.